1. Noch Zellen frei für "Faulsäufer"

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    STADTHAGEN (bb). Für viel Applaus und Gelächter sorgte Festredner Axel Bergmann, bei der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, mit seiner Ansprache beim Schaffermahl, die wie zu erwarten in engem Bezug zu seinem Beruf stand. Bergmann berichtete beispielsweise von einem Bekannten, der mittlerweile Alarmanlage und Bewegungsmelder abgebaut habe und seelenruhig auch auf sämtliche weitere Maßnahmen zur Sicherung seines Eigenheimes gegen Einbruch verzichte. Wie das funktioniere? Der pfiffige Stadthäger habe eine IS-Fahne über den Balkon gehängt und allen Nachbarn erzählt, dass er jetzt zur Bewegung der "Reichsbürger" gehöre. Seitdem würden er und seine Wohnung rund um die Uhr von der Polizei überwacht und er habe sich noch nie so sicher gefühlt. In ähnlichem Stil ging es zum Vergnügen der Zuhörer mit einer ganzen Reihe von Anekdoten weiter. Dabei auch mit der Einordnung des Begriffes Bulle, der ursprünglich kein Schimpfwort sei. Ausgehend vom niederländischen Wort "Bol" für "kluge rKopf, kluger Mensch" seien im 17. und 18. Jahrhundert die Landgendarmen in Deutschland als "Pohler" und "Bohler" bezeichnet worden, was sich später zu "Bulle" als Bezeichnung für die Ordnungshüter entwickelt habe. Ursprünglich also ein anerkennender Begriff. Auch hatte Bergmann einen Blick in die Stadthäger Polizei-Ordnung aus dem 16. Jahrhundert geworfen. Darin werde der Bürgermeister aufgefordert, einen wachsamen Blick auf die Müßiggänger und "Faulsäufer" in der Stadt zu haben, berichtete Bergmann. "Im Kommissariat in Stadthagen haben wir heute drei Zellen. Ihr könnt euch also hier schon einmal nach geeigneten Kandidaten umschauen", so Bergmann an die fleißig dem Bier zusprechenden Schaffer. Foto: bb

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