LANDKREIS/STADTHAGEN (jb). Im März diesen Jahres führte der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) das Projekt "Aktiv gegen digitale Gewalt" durch und befragte dabei alle 176 Fachberatungsstellen, die dem bff angeschlossen sind. Mit digitaler Gewalt sind alle Formen von Gewalt gemeint, die sich technischer Hilfsmittel und digitaler Medien wie dem Handy bedienen und Gewalt, die auf Online-Portalen und sozialen Medien stattfindet. Dabei wird davon ausgegangen, dass digitale Gewalt nicht von "analoger Gewalt" zu trennen ist, sondern diese meist eine Fortsetzung oder Ergänzung darstellt. Und das zu Recht. "Belästigung, Stalking, Mobbing: All das kann heutzutage viel leichter über das Handy und soziale Medien weitergeführt werden. Die Betroffenen können somit rund um die Uhr belästigt werden", erklärt Birgit Baron von BASTA, dem Mädchen- und Frauenberatungszentrum in Stadthagen. "Es wird mehr Kontrolle ausgeübt, unter anderem auch durch Apps, die den Standort eines Handys bestimmen können, sogenannte Spyware", ergänzt Ingetraud Wehking. Eine weitere Form der digitalen Gewalt ist auch die Verbreitung von intimen Bildern oder Videos, die privat oder gar während einer Vergewaltigung gemacht wurden. Ein Verarbeitungsprozess fällt vielen Frauen dann besonders schwer, denn Fragen wie "Wo ist mein Bild jetzt?" und "Wer sieht es alles?" werden sich gestellt. In 2016 wurden allein 350 Beratungen zu sexualisierter Gewalt durchgeführt. "Wir von BASTA beraten diese Mädchen und Frauen, zum Beispiel was man als Schutz vor Belästigung tun kann und was es für präventive Möglichkeiten gibt. Doch vor allem unterstützen wir sie in diesem Verarbeitungsprozess", so Sabine Schaedel. Dabei gibt es diese Art von sexueller Gewalt in jeder Altersstufe, angefangen bei Kindern im Kindergartenalter. "Das ist ein Thema, bei dem wir etwas unternehmen müssen", schlussfolgert Wehking. Ihre Kollegin Kirstin Lusga stimmt dem zu. "Es müssen mehr Präventionsmaßnahmen in Schulen und somit für Jugendliche aber auch Erwachsene durchgeführt werden. Denn es kann nicht sein, dass Frauen beispielsweise durch ihren Ex mithilfe einer falschen Identität im Internet als Prostituierte angeworben werden." Eine persönliche oder auch anonyme Beratung bei BASTA kann andere Blickwinkel bei Gewalt in der Partnerschaft, sexualisierter und digitaler Gewalt ermöglichen. Weitere Informationen unter 05721/ 91048 und www.basta-stadthagen.de.
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Digitale Gewalt ist Begleiterscheinung
Beratungszentrum BASTA bietet bei digitaler Gewalt Unterstützung für Frauen
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