BAD NENNDORF (jb). Der Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Sport der Stadt Bad Nenndorf hatte in seiner Sitzung vom 8. Juni empfohlen, das Guthaben in der Höhe von rund 14.000 Euro aus dem Nachlass des einstigen Bad Nenndorfer Uhrmachers Max Zieg-ler, das Anfang der 80er Jahre zu einem Fond angelegt worden ist, für den geplanten Jugendpark zu verwenden. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat diese Em-pfehlung kurz darauf aufgegriffen und entsprechend die Auflösung des Fonds beschlossen.Hintergund war, dass die Stadtherren im Jahr 1983 entschieden hatten, die Erbschaft in einem Fond zu verwahren und lediglich die Zinserträge in besonderen Fällen an Bedürftige auszuzahlen. Diese Praxis hat sich aus heutiger Sicht nach Meinung der Verwaltung nicht zuletzt wegen der anhaltenden Entwicklung am Zinsmarkt überholt. Deshalb wurde dem Ausschuss vorgeschlagen, den Fond aufzulösen und den Nachlass für soziale Projekte oder Initiativen einzusetzen. Da in der Sitzung des Ausschusses auch über den Jugendpark an der Feuerwehr beraten wurde, einigten sich die Ausschussmitglieder mehrheitlich darauf, das Guthaben für diesen Zweck einzusetzen. Diese Entscheidung stieß bei einigen Ratsmitgliedern und Bürgern auf Unverständnis, da die Gruppe der "Bedürftigen" damit nicht erreicht würde. Die Verwaltung stellt klar, dass der Begriff der Bedürftigkeit aus den politischen Beschlüssen aus dem Jahr 1983 hervorgeht. Max Ziegler selbst hatte der damaligen Gemeinde Bad Nenndorf einen Teil seines Nachlasses für "soziale Zwecke"überlassen. Auch Vereine und Verbände aus Bad Nenndorf wurden in seinem Testament bedacht. Um die Zweifel auszuräumen hat die Verwaltung die Angelegenheit mit einer Notarin erörtert, die bestätigen konnte, dass die Verwendung des Erbes für den Jugendpark rechtlich völlig unbedenklich sei. Auch in moralischer Hinsicht sieht Stadtdirektor Mike Schmidt keinen Widerspruch zu dem mutmaßlichen letzten Willen des Uhrmachermeisters Ziegler, und damit auch keinen Grund, den politischen Willen zu beanstanden. Bei dem Jugendpark werde es sich nicht nur um eine spezielle Sportanlage für einen kleinen Kreis Jugendlicher handeln. Vielmehr soll ein breit gefächertes Angebot für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen entstehen. "Außerdem soll die Anlage ein Treffpunkt von Schulfhof und Vereinsleben werden, was nach einer Umfrage des Jugendbeirates von vielen jungen Menschen in Bad Nenndorf bisher vermisst wird", betont Schmidt.
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Max Ziegler-Fond für Jugendpark
14.000 Euro für neuen Treffpunkt
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