BAD NENNDORF (jl). Eine kurzweilige Debatte hat der Antrag der Grünenfraktion im Stadtrat, eine E-Tankstelle nahe dem Kurpark zu installieren, ausgelöst. Und das obwohl der Rat über keinerlei inhaltliche Aspekte zu befinden hat. Stadtdirektor Mike Schmidt wehrte sich gegen ein "Kofferschließfach"ähnlich wie an Bahnhöfen. Die Vorrichtung soll Akkus vor Diebstahl während des Ladeprozesses schützen. Er plädierte dafür, in örtlichen Gaststätten das Laden kostenlos anzubieten. Er sprach von 50 bis 80 Cent, maximal einen Euro, was eine Ladung den Wirt kosten würde. Zudem würden die motorunterstützten Radler während des "Vollmachens" in dem Restaurant oder Café auch etwas verzehren. Die Aufkleber "E-Bike-freundliche Gaststätte" im Zuge des Citymanagements sollen darauf hinweisen. "Das wäre für mich die Verknüpfung von E-Mobilität und Wirtschaftsförderung und wesentlich sinnvoller", so der Verwaltungschef. Darüber hinaus sollte, nach Ausführung von Volker Busse (SPD), das Laden aber auch weiterhin bei der Kur- und Tourismusgesellschaft im Rahmen ihrer Öffnungszeiten möglich sein.
Antragstellerin Imke Hennemann-Kreikenbohm reichte das wegen der Schließzeiten nicht. Sie war für eine separate Ladestation an zentraler Stelle. Nach einer Debatte, die – obwohl ein Antrag im Rat grundsätzlich nicht zur inhaltlichen Diskussion steht – auszuufern drohte, beschlossen die Mitglieder einstimmig, das Anliegen an den Bauausschuss und die Lenkungsgruppe des Citymanagements zu verweisen.