HOHNHORST (jl). Wer gleich zu Beginn hundert Prozent leistet, hat es nicht leicht, sich zu verbessern. Wie aber der neue Hohnhorster Rat gestartet ist, lässt Zweifel an den Prognosen für einen frischen Wind aufkommen. Der frisch gekürte Bürgermeister Cord Lattwesen (CDU) hatte sich schon im Wahlkampf ein harmonischeres Miteinander gewünscht. Zu Beginn der konstituierenden Sitzung rief auch Marion Grages (SPD) unter anderem zu mehr Respekt untereinander auf, zum Wohle der Bürger. Einig war man sich in etlichen Punkten dennoch nicht. So verlor sich die Debatte um die neue Geschäftsordnung eine Dreiviertelstunde in Details. Die SPD brachte zahlreiche Wünsche vor, von einer längeren Ladungsfrist über ein Dreiviertelquorum bei Entscheidungen zum Ausschluss der Öffentlichkeit bis zu einzelnen Wortänderungen.
Wegen eines mangelnden Beschlussgegenstands teilte die SPD auch gleich eine Rüge in der ersten Zusammenkunft aus. Der Rat stimmte – gegen den Willen der SPD – dafür, die Zweigleisigkeit im Verwaltungsgeschäft einzuführen. Damit geht der Posten des Gemeindedirektors nach dem Kommunalverfassungsgesetz automatisch an den Samtgemeindebürgermeister über, wenn dieser nicht ablehnt. Das tat er nicht. "Mir ist es wichtig, den Bezug zu den Nordgemeinden zu bekommen", sagte Mike Schmidt. Während er vorschlug, die Stellvertreterwahl zu vertagen, wollte es die SPD umgehend geklärt wissen. Erst nachdem Verwaltungskraft Friederike Wehrhahn bezweifelt hatte den Posten hinreichend ausfüllen zu können, lenkten die Sozialdemokraten ein. "So hätte ich das hier eigentlich nicht besprechen wollen", tadelte Hasenstab. Lattwesen reagierte mit Unverständnis. Er hätte jederzeit für Gespräche zur Verfügung gestanden. Schmidt stufte die ausgesprochene Rüge als "ungerechtfertigt" ein. Die Tagesordnung habe noch der scheidende Bürgermeister nach dem alten Kommunalverfassungsgesetz aufgestellt. Ferner kritisierte die SPD die Aufwandsentschädigung von 250 Euro monatlich für Schmidt. Dieser verwies auf die Rechtslage. Schließlich sei die Tätigkeit – er werde an jeder Sitzung teilnehmen – mit Mehrarbeit verbunden. Weil er auch ablehnen könne, sei sie nicht mit dem Samtgemeindebürgermeisteramt abgegolten.