RODENBERG (jl). Für erneute Schlagzeilen sorgt dieser Tage die Rodenberger CDU: Christel Oberheide sitzt künftig als Parteilose im Samtgemeinderat.
Nach Udo Meyer und Kathrin Weigt ist die Ratsfrau, bis vor kurzem noch Schriftführerin im Ortsverband, das dritte Mitglied, das binnen weniger Monate den hiesigen Christdemokraten den Rücken kehrt. Wegen der vergangenen Unruhen innerhalb der Partei vor allem um die Kreistagskandidatur André Hoffmanns habe sie jene verlassen, begründet Oberheide ihre Entscheidung schriftlich. Für sie trägt der Kreisverband eine Mitschuld an den hiesigen CDU-Ergebnissen bei der Kommunalwahl. Er habe den Ortsverband weder unterstützt noch seine Zusage der Nach-Nominierung für einen "neuen" Rodenberger Kreistagskandidaten eingehalten. Mehr noch: Wie Oberheide darstellt, hätte das CDU-Kreisparteigericht in der Causa Hoffmann auch eine Rüge an den Kreisvorsitzenden Klaus-Dieter Drewes ausgesprochen – für die Beteiligten hätte es aber einen "internen Maulkorb" gegeben. Die "Spitze des CDU-Eisbergs", wie es Oberheide formuliert, war schließlich die Polizei-Vorladung ihres Ehemanns Dirk Tetzlaff. Der Verdacht: Er soll derjenige gewesen sein, der in einem anonymen Brief Hoffmann der Protokollfälschung bezichtigt und damit den Fall publik gemacht hatte. Oberheide: "Die Ermittlung wurde durch den Algesdorfer Kreistagskandidaten initiiert." Ihrer Meinung nach ist der "rheinische Klüngel" in der Schaumburger CDU angekommen. Die "negative Verflechtung" sei enorm. In die bevorstehende Legislaturperiode geht sie nun als parteilose Ratsfrau. Sie schreibt: "Ich werde mich nicht beugen vor Ideologie und bunten, wirren Machenschaften." Eine Stellungnahme zu dem Vorgang seitens des Rodenberger CDU-Vorstandes wird es laut dessen Chef Erhard Steege nicht geben. "Wir halten das nicht für notwendig", war alles, was er dazu sagen konnte und wollte.