Kreis Lippe. Die Entwicklung auf dem lippischen Arbeitsmarkt bleibt weiterhin erfreulich. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen um 203 Personen gesunken, so dass derzeit 12.017 Menschen in Lippe ohne Arbeit sind. Aktuell beträgt die Quote 6,6 Prozent. Die Arbeitgeber im Kreis Lippe meldeten im Oktober 735 neue Arbeitsstellen, das waren 138 mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 6.276 Arbeitskräfte neu nachgefragt, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 548 oder zehn Prozent. Am Monatsende waren 1.923 Stellen zur Besetzung offen.
Heinz Thiele, Leiter der Detmolder Arbeitsagentur, freut sich, dass die Herbstbelebung, die bereits im Vormonat eingesetzt hatte, weiterhin greift. "Die Einstellungschancen sind zum Herbst immer besonders gut. Nach den Sommerferien stellen die Personalverantwortlichen in den Unternehmen vermehrt ein – natürlich Auszubildende -, aber auch Fachpersonal aller Art. Neben der typischen Herbstbelebung zeigt sich die Konjunktur seit langer Zeit stabil. Insbesondere die niedrigen Zinsen wirken positiv auf den inländischen Konsum und die Auftragsbücher der Handwerker sind voll. Diese Effekte wirken sich auf dem Arbeitsmarkt mit sinkenden Arbeitslosenzahlen aus." Wichtig ist es auch, dass der Winter möglichst mild bleibt, damit in den Außenberufen gut weitergearbeitet werden kann. In der Wintersaison verursacht schlechtes Wetter häufig Arbeitspausen bei den Unternehmen im Baugewerbe und anderen witterungsabhängigen Wirtschaftsbereichen. Mit Saison-Kurzarbeitergeld und ergänzenden Leistungen können Arbeitgeber des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus vom 1. Dezember bis 31. März saisonbedingte Kündigungen vermeiden. Für Betriebe des Gerüstbaugewerbes beginnt die Schlechtwetterzeit bereits am ersten November. Die Agentur kann Saison-Kurzarbeitergeld als Entgeltersatz für die Ausfallstunden der Arbeitnehmer zahlen, wenn aus wirtschaftlichen und/oder Witterungsgründen nicht gearbeitet werden kann und keine Arbeitszeitguthaben vorhanden sind. Ergänzende mögliche Leistungen sind Zuschuss-Wintergeld und Mehraufwands-Wintergeld. Informationen bietet die Arbeitsagentur im Internet unter www.arbeitsagentur.de oder telefonisch unter der Rufnummer (02921) 106-732. Im Oktober meldeten sich im Kreis Lippe 2.177 Personen neu oder wieder arbeitslos; 2.387 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich, Agentur für Arbeit Detmold) liegt die Arbeitslosigkeit im Oktober bei 3.137, das sind 92 Personen weniger als im Vormonat und zugleich 204 weniger als im Vorjahresmonat. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung, Jobcenter Lippe) gab es im Oktober 8.880 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 111 Personen gegenüber September. Im Vergleich zum Oktober 2015 sind es 239 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB-III-Arbeitslosigkeit liegt nunmehr bei 1,7 Prozent; die anteilige SGB-II-Arbeitslosigkeit bei 4,9 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) nahm im Vergleich zum Vormonat um 182 Personen oder 12,2 Prozent auf 1.310 junge Frauen und Männer ab. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,3 Prozent. Bei den über 50-Jährigen blieb die Arbeitslosenzahl im Oktober gegenüber September nahezu unverändert (plus eine Person). Hier liegt die Arbeitslosenquote unverändert bei 5,7 Prozent. Im Oktober des Vorjahres lag die Quote noch bei 6,4 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzierte sich im Vergleich zum Vormonat um 30 Personen und liegt aktuell bei 5.416. Im Vergleich zum Oktober 2015 sind es allerdings 376 Frauen und Männer weniger bzw. 6,5 Prozent. Aktuell sind 2.793 ausländische Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 365 Personen bzw. 15 Prozent mehr als im Oktober vor einem Jahr, was einmal mehr in Zusammenhang steht mit den geflüchteten Menschen in Lippe. In den einzelnen Dienststellen des Agenturbezirkes Detmold stellen sich die Arbeitslosenquoten aufsteigend sortiert folgendermaßen dar: Geschäftsstelle Lemgo (5,1 Prozent), Geschäftsstelle Blomberg (6,1 Prozent), Geschäftsstelle Bad Salzuflen (6,9 Prozent), Hauptagentur Detmold (7,3 Prozent). Vergleichsweise günstig entwickelte sich somit die Arbeitslosigkeit in Detmold, wo der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um fünf Prozent fiel. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Lemgo mit einer Abnahme von zwei Prozent.