1. Massenhaft Ideen für ein lebendiges Lemgo

    Erstes Lemgoer Jugendforum mit 220 Schülern im Rathaus kommt gut an

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    Lemgo (nr). An Wünschen und Ideen für ein attraktives und vor allem lebendiges Lemgo mangelt es den hiesigen Schülern nicht. 230 Jugendliche der Klassen 8 bis 10 haben vergangene Woche das historische Rathaus beim ersten Lemgoer Jugendforum geflutet und sich Gedanken darüber gemacht, was sie sich von der Alten Hansestadt wünschen würden.

    Dabei haben sie in intensiver Gruppenarbeit ihre Ziele und Vorstellungen recht genau formuliert: mehr Gemeinschaftsorte in der Stadt schaffen; Sportstätten öffentlich zugänglich machen; mehr Freizeitangebote erarbeiten; die Stadt sauberer machen; besseres, freies WLAN in der ganzen Stadt und bessere Busverbindungen schaffen, waren nur einige ihrer Vorschläge. "Warum kann man die Stadt nicht bunter und lebendiger gestalten und mit Graffiti tristen, grauen Hauswänden neues Leben einhauchen?", fragten Dilar und Max aus der 10. Klasse der Karla-Raveh-Gesamtschule nach. "Hier in Lemgo wird Graffiti immer noch als Schmiererei angesehen und nicht als Kunst." Aber auch Gemeinschaftsaktionen, wie das Bepflanzen von Beeten oder das Setzen von Bäumen können sie sich vorstellen. Dabei geht es den Jugendlichen darum, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und gleichzeitig auch Menschen zu unterstützen. "Mithilfe von Sponsoren könnten wir zum Beispiel regelmäßig etwas mit Suchtkranken auf die Beine stellen", so ihr Vorschlag. Ganz konkrete Vorstellungen haben auch Julienne, Laura, Erona und Kira vom Marianne-Weber-Gymnasium zu Papier gebracht: "Wir hätten gerne mehr Freizeitangebote in Lemgo. Das reicht vom größeren Angebot im Schwimmbad über Flohmärkte bis zu Themenpartys und Familienfesten." Sogar die unterschiedlichen Veranstaltungsorte hätten sie schon im Kopf. Ein wenig über die Grenzen Lemgos hinaus gedacht haben dagegen Henrik und Jan vom Marianne-Weber-Gymnasium und der Realschule. Sie wünschen sich ein "Jump House". "Das ist eine Trampolinhalle", erklärt Henrik. "Abgesehen davon, dass es super viel Spaß macht, gibt es wissenschaftliche Studien die belegen, dass 10 Minuten Trampolinspringen so viel bringen, wie 30 Minuten Joggen. Im Umkreis von 200 Kilometern gibt es hier bei uns nichts Vergleichbares. Wenn Lemgo so etwas anbieten könnte, würde das Jugendliche aus ganz Lippe in die Stadt ziehen." Den kompletten Vormittag hatten die Schülerinnen und Schüler mit Überlegungen zu den unterschiedlichen Themen verbracht und sowohl Plakate gestaltet, als auch ihre Positionen für den abschließenden "Gallery Walk" formuliert. "Es mag manchmal die eine oder andere Forderung geben, die unerfüllbar scheint, aber machen sie es sich nicht zu einfach und hinterfragen die Wünsche mal genauer", riet Erich Flügge, Geschäftsführer der Kommunalberatung "S&N" aus Köln, der die Moderation übernommen hatte. Seine Worte waren an Vertreter der Fraktionen und Stadtverwaltung gerichtet, die zum "Gallery Walk" gekommen waren und sich über die Wünsche und Vorschläge informierten. Georg Müller vom Fachbereich Kinder-, Jugend- und Familienbildung zeigte sich sehr zufrieden mit Lemgos erstem Jugendforum. "Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Wünsche, Vorstellungen und Ziele sehr genau formuliert und auch so weitergegeben." Übergeordnetes Ziel des Jugendforums war es, die Schüler für Kommunalpolitik zu begeistern. Auf offene Ohren sind die Jugendlichen zumindest mit einigen Themen gestoßen: Öffentlich zugängliche Sportstätten könne man sich vorstellen und was Diskotheken oder Partys beträfe, da sei vielleicht das Jugendzentrum der geeignete Ansprechpartner. Jetzt müsse man abwarten, ob die Jugendlichen sich auch weiterhin für ihr Thema einsetzen werden", so Georg Müller.

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