1. "Vieles geht nicht schnell genug"

    Bürgermeister Dirk Becker zieht Bilanz des ersten Amtsjahres

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    Oerlinghausen (kd). Ein Jahr kann recht schnell vorüber sein. Dies stellte auch Oerlinghausens Bürgermeister Dirk Becker fest. Vor Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Helpup zog er eine Zwischenbilanz zu den ersten zwölf Monaten seiner Amtszeit.

    Die Aufgaben, eine Stadt zu verwalten und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, ließen sich nur im Team bewältigen, sagte er. Darum sei es wichtig gewesen, im Rat zu einer neuen Form des Umgangs miteinander zu finden. Auf dieser Basis konnte recht zügig beschlossen werden, die Bäder den Stadtwerken zu übertragen. Dies biete finanzielle Vorteile für beide Seiten, die natürliche Verbündete seien. "Stadt und Stadtwerke können sich wunderbar ergänzen", sagte Becker. Inzwischen tausche er sich alle zwei Wochen mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke aus. Weitere Veränderungen betrafen die Verwaltung, die weiter verschlankt wurde. Unter anderem wurde die Stelle des Beigeordneten nicht wieder besetzt, die Aufgaben anders verteilt. Die Beratung über die neue Sporthalle in Helpup sei für ihn "ein Lernprojekt gewesen", erklärte Becker. "Man kann nicht endlos abwarten und auch die letzten Bedenken ausräumen." Als Schwerpunktaufgaben für die Zukunft betrachtet der Bürgermeister die Themen Kinder, Bildung und Stadtentwicklung. Als im März plötzlich festgestellt wurde, dass 57 Kita-Plätze fehlen, konnten kurzfristig Räume der Awo an der Hermannstraße reaktiviert werden. Dennoch bestehe auch weiterhin ein Bedarf. Zum Thema Offene Ganztagsschule in Lipperreihe erwartet Becker, "eine spannende Diskussion, auch mit unterschiedlichen Meinungen." Dies sei aber durchaus wünschenswert. "Entscheidend ist jedoch, dass einer gewinnt, nämlich die Kinder." Die Frage, wie neues Gewerbe angesiedelt werden kann, muss die Stadt den Landesentwicklungsplan abwarten, der in Kürze beschlossen wird. Der Kreis habe dann die Aufgabe, die Ausweisung von Gewerbegebieten zu koordinieren. "Innerhalb Lippes hat Oerlinghausen keine ungünstige Lage", stellte Becker fest. "Wir haben vielmehr ein Problem fehlender Flächen." Wie das Wohnen in Oerlinghausen attraktiver werden kann, wurde bereits definiert. So liegt ein umfassendes Konzept zur Weiterentwicklung der Innenstadt vor, welche Maßnahmen konkret umgesetzt werden, muss erst noch der Rat beschließen. Auch der Tourismus wird in den Blick genommen. Die Gründung eines Marketingvereins dient als erster Schritt in diese Richtung. "Wir haben erkannt, dass Tourismus ein Mittel ist, um Geld zu verdienen", sagte Becker. Schließlich teilte Becker mit, dass der Vertrag mit den Stadtwerken Herford über Energielieferung für das Rathaus fristgemäß gekündigt wurde. Er läuft im kommenden Jahr aus. In einer neuen Ausschreibung sollen auch energiepolitische Ziele genannt werden. "Als "Vieles geht mir nicht schnell genug", sagte Becker Stadt müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen", sagte Becker zu seinem ersten Jahr als Bürgermeister. "Ich folge aber weiterhin den Dingen, die mir wichtig sind, und werde für meine Überzeugungen werben, auch in den eigenen Reihen."

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