1. Ohne weitere Helfer geht‘s nicht

    Heidi van den Berg ist besorgt um die Ausgabestelle Kalletal

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    Kalletal-Hohenhausen (nl). Die Sorgenfalten sind auf der Stirn von Heidi van den Berg deutlich zu sehen. Die engagierte Frau, die seit Jahren die Initiatorin und der Motor der offiziellen Kalletaler Ausgabestelle der Ostlippischen Tafel ist, werden immer tiefer. "Wenn wir nicht bald noch weitere Helfer bekommen, sehe ich für die Ausgabestelle schwarz. Wir können die viele Arbeit kaum noch leiten. Wenn jetzt durch Urlaub oder Krankheit noch Ehrenamtliche ausfallen, müssen wir zu machen", sagt van der Berg besorgt. Statt 33 Helfer Anfang 2016 stehen zurzeit nur noch 24 Ehrenamtliche zur Verfügung. "Einige sind weggezogen, andere haben einen Job bekommen und ein paar wenige mussten sich aufgrund von Krankheiten abmelden", erklärt die Lüdenhauserin, die in der Ausgabestelle rund 400 Bedürftige in insgesamt 153 Bedarfsgemeinschaften versorgt.

    Angefangen hatte alles im Dezember 2009: Heidi van den Berg hatte den Gedanken, Menschen zu helfen, die Probleme haben, sich ausreichend mit Lebensmitteln zu versorgen. Die ersten Lebensmittelspenden lagerte sie noch zu Hause, bevor sie diese an Bedürftige in ihrem Umfeld verteilte. Schon bald schob van den Berg die erste offizielle Kalletaler Ausgabestelle unter dem Dach der Ostlippischen Tafeln an und so entstand 2010 die erste Ausgabestelle im Gemeindehaus der Lüdenhauser Kirche. Jeden Samstag wurden dort eingesammelte Lebensmittel an Bedürftige verteilt. An ihrer Seite hatte sie neben ihrem Mann Ulrich schon bald rund 20 Helfer, die damit beschäftigt waren, die Waren in der Woche von den unterschiedlichsten Geschäften abzuholen, sie zu lagern und dann auszugeben. Vor allem Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen waren oder dessen Arbeitseinkommen kaum für den Lebensunterhalt reichte, waren anfangs diejenigen, die versorgt wurden. Immer häufiger kamen dann aber auch Kinder und Jugendliche, die von Armut bedroht waren sowie Senioren mit niedrigen Renten dazu. "Wir haben immer schon an alle Lebensmittel ausgegeben, die ihre Bedürftigkeit nachgewiesen haben", so die Initiatorin. Damals waren es rund 200 Bedürftige, davon 80 Familien, die regelmäßige Kunden der Kalletaler Ausgabestelle wurden. Wöchentlich kamen 30 bis 40 Kunden, die gleich für mehrere Familienmitglieder die Waren abholten. Ende 2012 kam dann der Umzug der Ausgabestelle von Lüdenhausen nach Hohenhausen, weil diese zentraler für alle Kalletaler liegt. Es kamen rund 50 Kunden pro Woche - und die Zahl stieg ständig an. Die größte Aktion im Jahr war immer die Weihnachtsausgabe - in den vergangenen Jahren sogar mit Bescherung für die Kinder. Doch durch die Flüchtlingswelle wurde der Bedarf an Lebensmitteln immer größer. Mehr als 75 Menschen kamen wöchentlich in die Ausgabestelle. Im vergangenen Jahr musste van den Berg dann die Reißleine ziehen, weil die räumlichen wie auch personellen Ressourcen nicht mehr reichten. Die "Bedarfsgemeinschaften" durften nur noch alle 14 Tage im Wechsel kommen, damit für alle genügend Lebensmittel da waren und der Andrang in der Ausgabestelle an der Rintelner Straße gehändelt werden konnte. Mehr als 30 Helfer werden gebraucht "Um die Arbeiten zu schaffen, brauchen wir mehr als 30 ehrenamtliche Helfer, damit sie sich auch abwechseln und austauschen können. Denn wir können auch von niemanden verlangen, jede Woche das ganze Jahr hindurch für die Ausgabestelle zu arbeiten", sagt Heidi van den Berg. Rund 25 Geschäfte müssen wöchentlich angefahren werden. "Dafür können wir noch weitere rüstige Rentner gebrauchen, auf die Verlass ist", sagt sie. Aber auch beim Vorsortieren der Lebensmittel am Freitag in der Zeit von 9 bis 11 Uhr oder von 13 bis 15 Uhr wird Unterstützung gebraucht. Gern auch wenn Männern, die die Kisten schleppen können. Die Ausgabe findet jeden Samstag statt. Von 15.30 bis 19.30 Uhr sind dann die Helfer beschäftigt. Erst stehen die Vorbereitungen an, dann geht es um die Anmeldung von 17 bis 17.30 Uhr der Bedürftigen und anschließend steht die Warenausgabe an. Rund 50 bis 60 Bedarfsgemeinschaften müssen dann versorgt werden - von Brot, Obst, Gemüse bis hin zu Dosen und Wurstwaren. Qualitativ einwandfreie Lebensmittel - die ansonsten vernichtet würden - werden dann an Menschen verteilt, die auf diese Spenden dringend angewiesen sind. "Jeder, der seine Bedürftigkeit vom Amt her nachweisen kann sowie Senioren mit einer niedrigen Rente werden von uns versorgt. Ohne die Ausgabestelle wüssten viele nicht, wie sie zurechtkommen sollten", sagt Heidi van den Berg, die ein großes Dankeschön an ihre Helfer schickt. "Ohne sie ginge nichts", lobt sie den tollen Einsatz. Sie hofft, dass sich jetzt schnell weitere Helfer melden, damit die Ausgabestelle in Kalletal erhalten werden kann. Ohne Helfer funktioniert es nicht. Wer also Lust und Zeit hat und den Kalletalern helfen möchte, kann sich bei Heidi van den Berg melden (0173-9630067) oder bei Nevim Cakir (0176-56900678).

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