Oerlinghausen-Währentrup (kd). Vier Monate lang stand den Einwohnern von Währentrup ein elektrisch betriebener Personenwagen kostenlos zur Verfügung. Es wurde so gut genutzt, dass die Stadtwerke Oerlinghausen anstreben, das Bürgerauto dauerhaft bereit zu stellen.
Bei einer Informationsveranstaltung im Hotel Mügge zogen Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski und Mitarbeiter Bernd Seibert eine sehr positive Bilanz. Der Wagen stand an 122 Tagen bereit, er wurde 131 Mal gebucht. Insgesamt haben 35 Personen aller Altersgruppen das Auto genutzt. Der Wagen war auf dem Parkplatz des Hotels Mügge abgestellt, das Personal nahm die Buchungen vor. "Es war spitze, sehr zufriedenstellend", meinte eine Währentruperin. Ein Anwohner meinte sogar, ein Auto reiche nicht aus, denn die Ladezeiten seien zu lang. Deshalb konnten nicht einige Fahrten nicht wie gewünscht erfolgen. Peter Synowski erklärte, dass Fahrzeuge der neuen Generation nicht nur günstiger in der Anschaffung seien, sondern auch schneller geladen werden können. Er sieht das Bürgerauto als Teil eines Gesamtkonzepts zur Mobilität. Der gemeinsam genutzte Wagen soll den Anschluss an Bus und Bahn ermöglichen und den Verzicht auf ein eigenes Fahrzeug fördern. Als Ziel formulierte er: "Man muss auch ohne eigenes Auto zu vertretbaren Kosten Reisen unternehmen können." Dazu sei nicht nur ein Umdenken, sondern auch die technische Ausstattung mit mehr Ladestationen erforderlich. Auch an jene Währentruper ohne Führerschein wurde gedacht. Vor allem ältere Personen nutzten die Möglichkeit, Einkäufe zu erledigen oder Ärzte aufzusuchen. Ulrike Jaehn vermittelte die acht ehrenamtlichen Fahrer. "Ich hatte mehr Angebote von Fahrern als erforderlich war", berichtete sei. "Außerdem wollten sowieso alle nur von Manfred Neusesser gefahren werden." "Mir hat dieses bürgerschaftliche Engagement sehr gefallen", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Synowski. Dem Vorschlag, einen Bürgerbus einzurichten, mochte er jedoch nicht folgen. "Für ein regelmäßiges Angebot benötigen wir 25 bis 30 Fahrer, das halte ich in Währentrup für unrealistisch." Mit den ermutigenden Erfahrungen aus dem Test werden die Stadtwerke in Kürze einen Förderantrag zum Kauf eines Wagens stellen. Synowski rechnet mit einer positiven Antwort, da die Elektromobilität ein wichtiges Anliegen des Kreises Lippe ist. Gratis wird das Angebot dann jedoch nicht mehr sein. "Wir könnend en Strom nicht verschenken", sagte er. "Was nichts kostet ist bekanntlich auch nichts wert."
