1. Kreis bündelt Kräfte für den Rettungsdienst

    Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo wird erweitert

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    Kreis Lippe/Lemgo (nr). Lippes Sicherheit liegt in Lemgo. Genauer gesagt im Feuerwehrausbildungszentrum. Hier werden die Kräfte in Sachen Rettungsdienst für den Kreis Lippe gebündelt. Durch Umstrukturierungen, die mehr Platz erfordern, reicht der bisherige Standort nicht mehr aus. Der Kreis Lippe investiert jetzt in ein neues Gebäude. Spatenstich erfolgte am vergangenen Donnerstag durch Landrat Dr. Axel Lehmann und Lemgos Bürgermeister Dr. Reiner Austermann.

    Im April 2017 soll der Neubau stehen. "Schließlich bauen wir ja nicht die Elbphilharmonie", konstatierte ein gut gelaunter Landrat. Bis dahin werde der Kreis 1,32 Millionen Euro in das zweistöckige Gebäude investiert haben, das der Kreistag befürwortet hatte. Nötig geworden ist der Erweiterungsbau aus Platzgründen, weil Aufgaben im Rettungsdienst zentralisiert und der Kreis Lippe dementsprechend Personal übernommen hatte. 13 Rettungswachen gibt es im gesamten Kreisgebiet. Detmold ist Träger einer Rettungswache, Johanniter und Malteser leiten sechs Wachen und der Kreis Lippe unterhält jetzt ebenfalls sechs Rettungswachen, die vorher in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes waren. Bereits im Januar hatte der Kreis die 83 Mitarbeiter übernommen, die von der Übernahme betroffen waren. Das Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo sei genau der Punkt, an dem alle Fäden zusammenlaufen, erklärte Fachgebietsleiter Bevölkerungsschutz Meinolf Haase. Umstrukturierungen im Bereich der Logistik würden erlauben Material zentral einzukaufen und von Lemgo aus zu verteilen. Medikamente kämen aus der Klinikapotheke für den ganzen Kreis und auch Bekleidung und Geräte würden als Sammelbestellungen aufgegeben. "So kostet zum Beispiel ein EKG-Gerät 25.000 Euro. Bei 80 Geräten für den ganzen Kreis Lippe gab es durch die Sammelbestellung satte 10 Prozent Rabatt", erläuterte er. Auch dafür werde mehr Platz benötigt. Für den Neubau bedeutet dies konkret, dass im Erdgeschoss sechs Garagenplätze für Abrollbehälter sowie für Ersatz-Rettungswagen und Ersatz-Notarzteinsatzrettungsfahrzeuge, ein Lagerraum für Verbrauchsmaterialien, sowie ein Logistikbüro entstehen werden. Das Obergeschoss wird acht Büros, einen Technikraum, eine Teeküche und ein Aktenlager erhalten. Die Nutzfläche liegt dann bei 722 Quadratmetern. Eine Investition, die sich rechnet, wie Landrat Dr. Axel Lehmann betonte: "Wir gewährleisten gemeinsam mit der Johanniter Unfallhilfe und dem Malteser Hilfsdienst einen Rettungsdienst auf sehr hohem Niveau." Dem Spatenstich vorangegangen war die Entscheidung des Kreistages, eine deutschlandweite Ausschreibung zu starten. Den Zuschlag bekam das Unternehmen RRR Stahlbau aus Lage, das sich besonders erfreut zeigte, denn bereits 2009 hatte die Firma nach einer Ausschreibung Seminargebäude, Fahrzeughalle und Schlauchturm gebaut. "Das hier ist unser Baby", sagte Elmar Wöstenkötter, Geschäftsführer bei RRR. "Entsprechend groß ist unsere Motivation bei dem Bau des neuen Gebäudes." Mit Blick auf die Zahlen der Rettungseinsätze im Kreis Lippe sei der Erweiterungsbau eigentlich unumgänglich. So erklärte Meinof Haase, dass die Einsatzzahlen der Rettungswagen in großem Maße stiegen. Da sei der Kreis keine Ausnahme in NRW: "Um die 50.000 Einsätze werden es im Kreisgebiet dieses Jahr werden. Das sind in etwa 10.000 Mehreinsätze von Rettungswagen, Notarzt und Krankenfahrten gegenüber dem Vorjahr." Geschuldet sei das auch dem demografischen Wandel. So würden immer mehr Senioren transportiert. Allerdings habe auch die Reform des Kassenärztlichen Notdienstes Folgen, denn anstatt lange auf den Arzt zu warten, würden viele eher den Krankenwagen rufen. Diese Hemmschwelle habe früher deutlich höher gelegen.

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