Oerlinghausen-Lipperreihe (kd). Der Bürgerladen in Lipperreihe hat sich überaus gut entwickelt. "Voraussichtlich im ersten Quartal 2017 werden wir schwarze Zahlen schreiben", gab Geschäftsführer Michael Wallbaum bekannt. Vor zwei Jahren wurde der Markt eröffnet. Dies nahm der Verein "Leben in Lipperreihe" (LiLi) zum Anlass für eine Geburtstagsfeier.
"Seit der Diskussion um den Rewe-Markt in der Südstadt haben wir einen hohen Zuspruch bekommen. Die Bürger haben gemerkt, dass wir Unterstützung brauchen", berichtete Wallbaum. "Aber wir müssen noch ein bisschen wachsen. Jeder einzelne Einkauf könnte noch ein wenig mehr gefüllt sein." Bei Obst und Gemüse sei der Umsatz schon sehr zufriedenstellend. Insgesamt loben die Kunden vor allem das umfangreiche Sortiment und die Freundlichkeit des Personals. Dies ergab eine Umfrage in Form eines Preisausschreibens des Vereins LiLi. "Das Leben ist einfacher geworden", lautete eine der schriftlichen Rückmeldungen. Der Markt habe die Funktion eines Tante-Emma-Ladens, hieß es. Der Bürgerladen sei ein echter Treffpunkt geworden, war zu lesen. Eine Kunde gab an, er sei überrascht gewesen, denn "ich habe es nicht für möglich gehalten, aber was ich suchte, gab es doch." Anerkennung kam auch von fachlicher Seite. Als sich kürzlich der neue Nahkauf-Verkaufsleiter vorstellte, war er sehr angetan, was auf der relativ geringen Fläche vorgehalten wird. Bei dem Preisausschreiben gewann Willi Stähler einen Einkaufsgutschein im Wert von 100 Euro. Christine Gäbel kann für 50 Euro einkaufen, ein Gutschein über 25 Euro ging an Jara Oguntke. Nach wie vor wird der Markt mit Hilfe von Ehrenamtlichen betrieben. "Seit zwei Jahren klingelt beim Wecker morgens um Viertel nach fünf", meinte Andreas Otte. Bevor er zu seiner Arbeitsstelle fährt, räumt er noch Ware aus. Der neue LiLi-Vorsitzende gehört zu den fünf Vereinsmitgliedern, die regelmäßig die Regale auffüllen und die Stände vor dem Laden aufbauen. Da der Markt kein Lager besitzt, muss die Ware jeden Abend um 20 Uhr von draußen auch wieder hereingeholt werden. Den Vereinsvorsitzenden Otte quält aber auch die Frage, wie die Zukunft von Lipperreihe aussehen wird. Nicht nur der geplante Supermarkt in der Südstadt wird als Bedrohung für den Bürgerladen empfunden. "Wenn die Grundschule in Lipperreihe geschlossen werden sollte, wird dies gewaltige Konsequenzen für den gesamten Stadtteil haben", sagte er. Geschäftsführer Wallbaum ergänzte, dass die Schule ein guter Kunde sei, auch die Schüler und ihre Eltern nutzten die Einkaufsmöglichkeit vor und nach dem Unterricht. Die Sorgen betreffen aber nicht nur den Markt. Der Verein LiLi will die Entwicklung Lipperreihes insgesamt voranbringen. Otte möchte daher eine öffentliche Diskussion über Zukunftsfragen anstoßen. Der Rat, die Verwaltung, die Parteien und der Bürgermeister sollen nach ihren Vorstellungen befragt werden. Für Darleen Reinke aus Lipperreihe hat sich der Bürgerladen auch ganz persönlich gelohnt: Seit September absolviert sie hier ihre Ausbildung.
