1. Beitrag zur Diskussionskultur

    St. Hedwigs-Haus greift Themen zur politischen Bildung auf

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    Oerlinghausen (kd). Die Heimvolkshochschule St. Hedwigs-Haus, das Institut für Migrations- und Aussiedlerfragen, ist ein Treffpunkt für Neubürger, die sich politisch bilden möchten. Als Dank für ihre Treue waren jetzt 20 Leiter von sozialen, kirchlichen und musischen Gruppen erstmals zu einem kostenlosen Wochenende eingeladen.

    Jevgeni Kazan leitet in Bochum einen Gesprächskreis für Aussiedler. Während sie dort über Kunst und Kultur diskutieren, holen sie sich regelmäßig in Oerlinghauser Hedwigs-Haus das Rüstzeug, um in politischen Fragen mitreden zu können. Die Treffen allein seien schon wertvoll, meinte Kazan. "Viele müssen erst noch diskutieren lernen, es gibt keine Streitkultur", hat er festgestellt. Das Thema Flüchtlinge treibt die Aussiedler gegenwärtig am meisten um. Aber auch dass der Bundestag die Gräueltaten an den Armeniern als Völkermord bewertet habe, sollte in den Seminaren aufgegriffen und vertieft werden, schlug Kazan vor. Gabriele Meymann-Christians, Geschäftsführerin und Direktorin des St. Hedwigs-Haus, zeigte sich sehr dankbar für derartige Anregungen. In Einzelgesprächen ermittelte sie, wie die Teilnehmer auf die Angebote aufmerksam geworden sind und welche weiteren Wünsche bestehen. Über allgemeine Fragen zum staatlichen Aufbau und zur Funktionsweise der Demokratie hinaus vermitteln die Seminare Wissen über Themen wie Flüchtlinge und AfD. Auch sehr spezielle Inhalte kommen gut an. "Als wird das Thema China angeboten haben, hat es zunächst niemanden interessiert. Anschließend sind alle Teilnehmer begeistert nach Hause gefahren", berichtete Gabriele Meymann-Christians. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Es sind sämtliche Altersgruppen vertreten, Kinder werden während der Seminareinheiten sogar betreut. Am vergangenen Wochenende sollten sich die Gruppenleiter äußern können, wo ihnen der Schuh drückt und was sie vom Hedwigs-Haus erwarten. Auf der anderen Seite informierte sie die Geschäftsführerin, woher die Fördermittel für die Seminare stammen, welche Fragen behandelt werden können und wie die politische Bildung zur Integration beiträgt. Nicht zuletzt für den Belegungsplan des kommenden Jahres sind die gewonnenen Erkenntnisse wertvoll. Ein solches Wochenende zum Austausch von Erfahrungen werde künftig jedes Jahr ausgerichtet, kündigte Gabriele Meymann-Christians an.

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