Detmold (la). Mit einem Schlüsselwerk der Musik für Kammerorchester des 20. Jahrhunderts, der 14. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, eröffnet das Detmolder Kammerorchester (DKO) am Dienstag, 25. Oktober, 19.30Uhr, seine Konzertsaison 2016/2017. Der bereits in vorangegangenen Spielzeiten für seine vielseitigen Konzertprogramme gelobte Klangkörper unter Leitung von Alfredo Perl bringt damit in Kombination mit Joseph Haydns 83. Sinfonie zwei packende und einzigartige Werke auf das Podium des Detmolder Konzerthauses. Für die zwei Vokalpartien in Schostakowitschs sinfonischem Lied-Zyklus sind der renommierte Bassbariton Andreas Schmidt und die junge Sopranistin Kristin Ebner zu Gast.
In seiner vorletzten Sinfonie, die 1969 während eines Krankenhausaufenthaltes entstand, widmet sich der 1975 verstorbene Schostakowitsch dem Thema Tod. Doch im Gegensatz zu zahlreichen Klassikern verklärt er ihn nicht. Vielmehr tritt diese Sinfonie dem Tod kompromisslos entgegen. Die elf vertonten Gedichte von García Lorca, Apollinaire, Rilke und Wilhelm Küchelbecker thematisieren den ungerechten und viel zu frühen Tod, gewaltsam durch Krieg, Hinrichtung oder Selbstmord hervorgerufen. In ihrer Besetzung mit zwei Sängern, Streichorchester und Perkussionsinstrumenten ist diese Sinfonie ein außergewöhnliches und mitreißendes Musikmanifest über das Ende des Lebens. Von ebensolcher Kraft und Ausstrahlung ist Haydns 83. Sinfonie. Eher irreführend trägt sie den Beinamen "La Poule", die Henne. Durch ein nebensächliches Merkmal im ersten Satz wurde ihr dieser Titel zugedacht. Das Pariser Publikum der Uraufführung 1785 meinte, ein Huhn bei seinem aufgeregten Gackern und Picken ausmachen zu können. Dabei ist diese dritte der sechs "Pariser Sinfonien", dazu die einzige unter ihnen in einer Moll-Tonart, alles andere als eine tonmalerische Hühnerhof-Parodie. Kristin Ebner, die Absolventin der Musikhochschule Detmold und der Universität der Künste Berlin, feierte bereits beträchtliche Erfolge. Als Stipendiatin der Richard Wagner-Stiftung war die jugendlich-dramatische Sopranistin 2015 als Isolde im Rahmen der Meisterklasse für junge Wagnerstimmen bei den Bayreuther Festspielen zu hören. Der mit dem Deutschen Musikpreis ausgezeichnete Bassbariton Andreas Schmidt stand bei der Deutschen Oper und der Staatsoper Berlin sowie bei den Bayreuther Festspielen etwa als Beckmesser (Meistersinger von Nürnberg) und Amfortas (Parsifal) unter Leitung von Daniel Barenboim und Christian Thielemann auf der Bühne. 1997 wurde ihm der Titel des Kammersängers verliehen; seit 2010 hat er eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater in München inne.