1. Flüchtlinge laden zum Essen im "Jederman" ein

    Sie kochen am kommenden Mittwoch Spezialitäten aus ihren Heimatländern

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    Detmold (rep). Im Detmolder Café-Restaurant "Jederman" im Spieker erwarten Flüchtlinge und Mitarbeiter am kommenden Mittwoch, 26. Oktober, ab 18 Uhr viele Gäste zu einem kulinarischen Abend. Sieben Flüchtlinge wollen Spezialitäten aus ihrer Heimat für die Lipper kochen.

    Dafür haben sie eine bestimmte Karte vorbereitet, die aus jeweils zwei Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts sowie der reduzierten Karte des Restaurants bestehen soll. Während der Vor- und Nachspeisen wollen die Flüchtlinge gemeinsam mit den Gästen essen, da sie die Hauptgerichte am Abend kochen und die Vorspeisen und Desserts bereits vorbereitet haben. Aus verschiedenen Vorschlägen wählen die Flüchtlinge zusammen mit einem Mitarbeiter des Restaurants sechs Gerichte aus, die sie den Gästen anbieten wollen. Unter den Vorschlägen sind zum Beispiel verschiedene Reisgerichte aus dem Iran und aus Ghana. Auch Detmolds Bürgermeister Rainer Heller wird zusammen mit den Flüchtlingen kochen. Die Veranstaltung des gemeinnützigen Gastronomiebetriebs, den es seit September 2013 gibt, leitet der Geschäftsführer Frank Möllers. Die Idee zum Abend kam ihm durch die Mittagsmenüs, die das Restaurant an Flüchtlinge verteilt. Möllers findet, Flüchtlinge könnten selbst im Spieker kochen, um den Lippern ihre Kulturen näher zu bringen. Zudem halte er einen kulinarischen Abend auch für die Auszubildenden des "Jederman" für spannend. Der Kontakt zu den Flüchtlingen kam auf zwei Wegen zustande. Zum einen durch die Mitarbeiter der Stadt Detmold, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Zum anderen bietet der Verein  "Perspektive e.V.", dessen Geschäftsführer ebenfalls Frank Möllers ist, einen Deutschkursus für Flüchtlinge an ("Lippe aktuell" berichtete). Für den Abend benötigen die Flüchtlinge laut Möllers keine gastronomische Ausbildung. Teona Kvavadze lebt seit etwa eineinhalb Jahren in Deutschland. Sie floh mit ihrer Familie aus politischen Gründen aus ihrem Heimatland Georgien, in welchem sie in der Tourismusbranche arbeitete. Zu ihren Hobbys gehört neben dem Fechten auch das Kochen. Der aus Afghanistan stammende Reza Najafi kann im "Jederman" sogar seinen früheren Beruf ausführen. Er lebte und arbeitete lange Zeit als Koch im Iran und hat nun eine Ausbildungsstelle im Restaurant bekommen. Auf den kulinarischen Abend freuen sich auch Kuaoss Anzari und Reza Najafe. Die beiden kommen aus dem Iran und haben dort als Koch beziehungsweise Metzger gearbeitet. Sie können den Gästen also ihre Kenntnisse über die persische Küche zeigen, wenn sie am Mittwochabend ein Reisgericht mit Mandeln und Pistazien und Persischen Kebab kochen. Die Ghanaerin Sarpong Esther hat das Rezept für ein landestypisches Dessert mitgebracht. Sie kam vor vier Jahren nach Deutschland – eigentlich für einen Urlaub. In Düsseldorf hat sie dann ein Baby bekommen und blieb. Nun möchte sie den Gästen des Restaurants die ghanaische Küche vorstellen. Außerdem wollen zwei Flüchtlinge aus dem Libanon und aus Syrien mit ihren Gerichten die Veranstaltung kulinarisch bereichern. Das Restaurant bittet um Reservierungen unter der Rufnummer (05231) 6023923 oder direkt im "Jederman", Ameide 8. Die ausländischen Gerichte orientieren sich preislich an denen des Restaurants.

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