1. Auch zum 65. noch nicht reif für Ruhestand

    Das Outfit ist dem Frauenchor fast so wichtig wie der Gesang

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    Lügde-Elbrinxen (afk). Dass Mann und Frau sich mit 65 aufs Rentenalter einrichten, lässt sich nachvollziehen. Wenn ein Verein wie der Frauenchor Elbrinxen 65 wird, dann ist an Abschied aber noch längst nicht zu denken. Den Beweis lieferten die Sängerinnen am Samstag bei einem bunten Nachmittag ab, den der Chor locker und stimmungsvoll feierte. Dabei zeigten sich die Sängerinnen stimmlich gut in Form, waren aber besonders stark mit ihren Gründervätern im Rücken, dem MGV "Eintracht" Elbrinxen.

    Humorig moderierte die erst vierte Vorsitzende des Vereins, Christel von der Heide, die Veranstaltung. In Wort und natürlich mit viel Musik gelang ein Streifzug durch die Geschichte des Frauenchores, der 1951 auf die Initiative des fast doppelt so alten Männergesangvereins "Eintracht" Elbrinxen gegründet worden war. Inzwischen ist der Frauenchor personell mehr als doppelt so stark besetzt. Am stimm- und ausdrucksstärksten sind aber beide Chöre gemeinsam – das wurde bei dieser Feier immer wieder deutlich. Der ehemalige Chorleiter Wilhelm Gickler, der die beiden Chöre 1987 übernommen hatte, hatte das damals erkannt und  die Sängerinnen und Sänger zum Abschluss der Übungsabende zu gemeinsamen Liedvorträgen zusammengeführt. Gickler war es dann auch, der mit beiden Chören zusammen sein Lieblingslied "Auf, auf zum fröhlichen Jagen" präsentierte. Mit Vangelis‘"Conquest of paradise" gelang der gemischten Formation an diesem Nachmittag ein stimmungsvoller Volltreffer, der mit viel Beifall vom Publikum bedacht wurde. Die "Eintrachtler" unter Leitung ihres Chorleiters Markus Güldenring erwiesen sich als wahre Kavaliere alter Schule und gratulierten mit Liedern, in deren Mittelpunkt die Rose steht, mischten dann auch schon mal die "Rosamunde" darunter, und überreichten schließlich jeder Sängerin einen persönlichen Rosengruß. Gickler, einer von insgesamt zwölf Chorleitern des Frauenchores (darunter wechselnde Studentinnen der Musikhochschule Detmold), brillierte selbst an seinem Lieblingsinstrument, dem Akkordeon, mit Partien aus Verdis "Triumphmarsch" aus Aida, Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt", Chatschaturjans "Säbeltanz", dem Csárdás von Monti und dem speziell für das Instrument geschriebenen Titel "Tanzende Finger". Er wechselte sich in der Chorleitung mit Rolf Hamann ab, der seit 2012 den Ton bei den Elbrinxer Damen angibt. Hamann zu Ehren intonierte der Chor dessen Lieblingslied "Allein in Amsterdam". Der Frauenchor ist auch ein Spiegelbild der gesellschaftspolitischen Veränderungen in den 65 Jahren seines Bestehens. Dank der Emanzipation wurden die Damen immer selbstbewusster. Ab 1972 senkte man das Beitrittsalter unter 18 Jahre. Über die Jahre wechselte der Chor zudem achtmal seine Auftrittskluft. "Typisch Frau", wie die Vorsitzende augenzwinkernd anmerkte. "Unser Outfit ist mindestens so wichtig wie das Singen." Schon in der Ära des Chorleiters Martin Heimbuchers, dem Vorgänger Gicklers, mussten sich die Sängerinnen auf neue Methoden einstellen. "Wir lernten, uns mit Laut- und Stimmbandübungen einzusingen, bevor es richtig losging", erinnerte sich von der Heide. Die Geburtstagsfeier nahmen der Verein und der Lippische Sängerbund zum Anlass, Sängerinnen für Jahrzehnte lange Treue zu ehren, darunter die seit der Gründungszeit bis heute aktive Lieselotte Bicker, der ein persönlicher Bildband über die Geschichte des Chores überreicht wurde. Für 60 Jahre wurden die Sängerinnen Ilse Rinsche und Agnes Heinrich sowie die nicht anwesende Hilde Bieling geehrt. Auf 50-jährige Mitgliedschaft blickt Hermi Meier zurück.

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