1. Tiefflugkorridor wurde 
vom Rat abgesegnet

    375 Bürger unterschreiben gegen Vorhaben

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    Dörentrup-Bega (jn). Auch wenn beim Thema "Tiefflugkorridor" in Dörentrup offensichtlich immer noch vielen "der Hut hoch" geht - in der vergangenen Ratssitzung wurde die Diskussion offiziell für beendet erklärt.

    Der Dörentruper Rat hat ein Machtwort gesprochen und mit großer Mehrheit die insgesamt neunte Änderungssatzung des Flächennutzungsplans beschlossen. Damit wird die Fläche 9 bei Sibbentrup als Konzentrationsfläche für Windenergie ausgewiesen. Als Nebeneffekt ist auch die Verschiebung des Tiefflugkorridors der Hubschrauberstaffel des Bundeswehrstützpunktes Bückeburg beschlossene Sache. Die Dörentruper Gemeindevertreter waren sich bei ihrer Entscheidung einig: es gab 25 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen. Kurz zuvor hatte Falk Niehage (SPD) noch einmal per Antrag versucht, weitere Gespräche mit der Bundeswehr anzuregen, um die Verschiebung des Korridors zu verhindern - doch auch diesem Vorhaben erteilten die Ratsmitglieder mit großer Mehrheit eine klare Absage. Hochgekocht war das Thema Tiefflugkorridor in den vergangenen Wochen noch einmal durch eine Unterschriftenaktion gegen das Vorhaben, deren Listen, mit 375-Gegenstimmen, kurz vor der Ratssitzung offiziell an der Dörentruper Bürgermeister Friedrich Ehlert übergeben wurden. Die Unterschriftenaktion hatte eine Gruppe der Dorfgemeinschaft Bega rund um Falk Niehage ins Leben gerufen. Doch zum Zeitpunkt der Aktion stand die Entscheidung der Dörentruper Ratsmitglieder längst fest. Und auch die Einspruchsfristen gegen diesen Entschluss waren lange abgelaufen. Die Bundeswehr wusste indes schnell Bescheid über den Unmut der Begaraner: Die Initiatoren der Aktion hatten die gesammelten Unterschriften, damals noch 143 an der Zahl, in Kopie an den BW-Standort Bückeburg weitergeleitet. Daraufhin suchte die Bundeswehr erneut das Gespräch mit Friedrich Ehlert und Bauamtsleiter Dirk Süllwold, die aus Bückeburg wiederum beruhigende Angaben der Bundeswehr mitbrachten: Die Hubschrauber der Flugstaffeln am Standort Bückeburg, insgesamt 11 Maschinen, können schlichtweg nicht aufmunitioniert werden, alle Flüge finden also ohne Waffen und Munition statt. Formationsflüge sind nicht erlaubt, nur einzelne Hubschrauber dürfen unterwegs sein. Ortschaften werden von den Piloten - wie in der Vergangenheit auch - bewusst umflogen. Bei den Flügen ist zwingend immer ein Ausbilder an Bord, 99 Prozent der Flugteams bestehen aus zwei Personen: Ausbilder und weit fortgeschrittenem Pilotenanwärter. Außerdem müssen die Hubschrauber in Bückeburg bis spätestens 24 Uhr wieder auf dem Hof stehen. Der ruhige Schlaf der Dörentruper ist somit ohne Einschränkung garantiert. Bürgermeister Friedrich Ehlert ist derweil froh über das Verständnis und die Gesprächsbereitschaft der Bundeswehr-Vertreter. Denn so aufgeschlossen reagieren, das müssten die Verantwortlichen dort noch lange nicht, so der Bürgermeister. "Die Bundeswehr hat das Recht hier zu fliegen, ganz egal, was unser Rat dazu sagt. Die Verteidigung des Landes unterliegt nicht der Abwägung von Ratsvertretern."

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