Bad Salzuflen-Schötmar. Normalerweise verheißen "außerordentliche Mitgliederversammlungen" nichts Gutes, anders bei den Schötmaraner Schützen. Denn nach einem Jahr nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst 2015 anlässlich des "Königsdesasters" beim Schützenfest 2015, wurden jetzt die Ergebnisse des damaligen Beschlusses präsentiert. Und diese wurden äußerst positiv von den Mitgliedern aufgenommen. Außerdem stand noch eine besondere Ehrung auf der Tagesordnung.
Vor einem Jahr wurde auf besagter Versammlung nicht nur das Königsproblem durchleuchtet, sondern das gesamte Vereinsleben. Das Ergebnis: Gründung einer Arbeitsgemeinschft "Image- und Öffentlichkeitsarbeit". Diese hatte ein Jahr Zeit bekommen, um Konzepte zu entwickeln, um die Schützengesellschaft voran zu bringen. So wurden inzwischen weitere Gremien konstituiert. Nun gibt je ein Gremium für das Sportschießen, das Schützenfest 2017, eine Marketing- sowie eine Steuerungsgruppe. Es konnten auch schon einige Erfolge verbucht werden. Unter anderem wurden Kooperationen mit weiteren Vereinen der Stadt geschlossen, um das Kiliansfest unter dem Motto "Die Stadt braucht starke Einheimische" mit zu gestalten. Für 2017 wird nun diese Projektierung unter dem Motto "Gemeinsam in Schötmar unterwegs" intensiv fortgesetzt, wie auf der Mitgliederversammlung zu erfahren war. Erste Effekte der Zielsetzungen sind auch schon erkennbar, seit Frühjahr ist der Mitgliederbestand um 19 gewachsen. Auch eine seltene Ehrung stand auf der Agenda. Es galt eine Ehrenmitgliedschaft auszusprechen. Bekommen kann die bei den Schötmaraner Schützen, wer mindestens 75 Jahre alt ist, mehr als 40 Jahre Vereinsmitglied ist und sich äußerst stark für den Verein engagiert hat. So konnten Vorsitzender Uwe Deppe und Oberst Volker Schreiber die Ernennungsurkunde an Major Uwe Beimfohr unter stehendem Applaus der Anwesenden überreichen. Beimfohr trat vor über 59 Jahren ein und bekleidet viele Posten. Begonnen hatte er als Spieß der 4. Kompanie, dann war er dort Zahlmeister. Von 1973 bis 1987 war er Bataillonspresseoffizier. Außerdem ist er Reisemarschall des Expeditionskorps, welches die Schötmaraner Schützensache oft in Tirol und weiteren Ländern präsentierte. Hierfür wurden ihm auch zahlreiche andere Ehrungen zu Teil, zum Bespiel die Kölner Medaille – höchste Auszeichnung des Deutschen Schützenbundes – und sogar der Orden des Landes Tirol. Letztlich standen noch die Auflagen der Kreispolizeibehörde Lippe auf der Tagesordnung der Versammlung. Dabei ging es zum einen zu Ergänzungsmaßnahmen am Schießstand selbst, aber zum anderen um das Mitführungen von Degen bei Festumzügen. Nach Änderung des Waffengesetzes des Landes NRW, unter die auch die Degenhandhabung fallen, legt der Kreis hier strenge Maßgaben auf, anders als in anderen Kreisen. War vormals der einzelne Schützen für das "Schmuckstück" verantwortlich, sind es jetzt vier Verantwortliche im Verein. Diese müssen zum Beispiel am Ende eines Umzuges, die Degen "einkassieren" und unter Verschluss bringen und sind auch während eines Umzuges komplett verantwortlich. Da dies schwerlich umzusetzen ist, hat der Vorstand beschlossen, dass nur noch ein bestimmter überschaubarer Personenkreis einen Degen während des Fests tragen darf. Dies wurde zwar ausgiebig von den Mitgliedern diskutiert, schlussendlich aber akzeptiert. Oberst Volker Schreiber gab schließlich noch einige Termine bekannt: den Bataillonsschnatgang mit den Salzufler Kameraden am 22. Oktober und die erneute Teilnahme am Blutspende-Marathon des Stadtsportverbandes am 31. Oktober.
