Leopoldshöhe (kd). Ein neuer Schädling befällt die Buchsbaumpflanzen in den Vorgärten: Es sind Kleinschmetterlinge mit dem Namen Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis). Der Falter wurde nach Mitteilung des Naturschutzbundes (NABU) Lippe erst vor wenigen Jahren eingeschleppt.
Bislang wurde der Buchsbaum geschätzt als robust, wuchsstark, vermehrungsfreudig und schnittfest. Seit 2006 fressen die aus Ostasien stammenden Buchsbaumzünsler die Pflanzen kahl. Pro Jahr entwickeln sich zwei bis drei Generationen. "Die rasante Verbreitung dürfte hauptsächlich durch Verschleppen von Eiern oder Raupen auf jungen Buchsbäumchen erfolgt sein", erklärte der Entomologe Hans Dudler vom NABU Lippe. Untersuchungen der Universität Basel zeigten, dass schädlingsbefallene Pflanzen von Menschen verfrachtet wurden. Dies sei den Gartencentern zu "verdanken". Diese verdienen zunächst am Verkauf von Buchsbäumen, die Eier oder Raupen des Buchsbaumzünslers tragen, danach am Verkauf der (nur sehr begrenzt wirksamen) Bekämpfungsmittel und schließlich am Verkauf der Ersatzpflanzen. Ewald Thies vom NABU Leopoldshöhe erklärte dazu: "Aus Ostwestfalen-Lippe sind zwar lediglich drei bis vier glaubhafte Nachweise bekannt, die Dunkelziffer dürfte aber bedeutend höher sein. Nicht alle Beobachtungen werden uns mitgeteilt." Was ist zu tun? Bei einem Raupenbefall jedenfalls hilft es schon, wenn die Gespinste in den befallenen Buchsbaumbüschen oder –sträuchern kraftvoll mit einem Hochdruckreiniger "behandelt" werden. Auf harte Chemie sollte in jedem Fall verzichtet werden, ihr Einsatz ist zudem wenig Erfolg versprechend, rät der NABU. Es gibt aber auch eine biologische Lösung: Vögel wie etwa der Gartenrotschwanz oder Wespenarten haben den Buchsbaumzünsler als echte Leckerbissen entdeckt.
