Detmold (ab). Es werden mittlerweile viele kostenlose Sprachkurse für Flüchtlinge angeboten. Doch die können längst nicht alle in Anspruch nehmen. Wer aus bestimmten Herkunftsländern stammt, hat beispielsweise keinen Anspruch. Hier setzt ein Projekt des Vereins "Perspektive OWL".
"Es gibt Flüchtlinge, die fallen durch alle Raster bei den Deutsch-Kursen", sagt Perspektive-Geschäftsführer Frank Möllers. Denn für Integrationskurse werden nur diejenigen zugelassen, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie tatsächlich in Deutschland bleiben dürfen. Eine gute Bleibeperspektive nennt man das im Amtsdeutsch. Derzeit gilt das für Menschen aus Eritrea, Irak, Iran, Syrien und Somalia. Alle anderen müssen sich alternative Angebote suchen und diese im Zweifelsfall auch selber bezahlen. Ein kostenloses Alternativangebot bietet der Verein "Perspektive OWL". Insgesamt 15 Frauen und Männer aus Tadschikistan, Ghana, Nigeria und Afghanistan absolvieren hier einen Basis-Sprachkursus. Dreimal pro Woche treffen sie sich für je zwei Stunden. Den Unterricht leitet Vera Geck. Sie hat "Deutsch als Fremdsprache" studiert. Und hat zudem einen Abschluss in vergleichender Theologie. Erfahrungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit hat sie schon während des Studiums gesammelt. Die Teilnehmer kommen freiwillig und sind mit Spaß dabei. In der Gruppe herrsche eine gute Dynamik, meint Vera Geck. Diejenigen, die schon mehr verstehen, übersetzen für die anderen. Denn eine Herausforderung dabei ist, dass nicht alle Teilnehmer dieselbe Muttersprache sprechen. Erst werden Vokabeln gelernt, dann ganze Sätze. Die Sprachbeispiele sind alltäglich. Geübt wird das Einkaufen im Supermarkt, das Gespräch mit Ärzten oder Terminabsprachen am Telefon. Anfangs lief alles nur mündlich, dann folgten schriftliche Übungen und ein kleiner Grammatikteil. Die Vermittlung der Teilnehmer lief über die städtische Kontaktstelle für Asylbewerber. Der Rotary-Club Detmold hat den Kursus finanziert. Er ist auf 14 Wochen angelegt, die sind bereits fast um. "Wir hoffen auf eine Verlängerung", sagt Frank Möllers. Aber dafür sei man auf weitere Spenden angewiesen.
