Detmold-Diestelbruch (hö). Wer so alt wird, gibt ein großes Fest. So haben die Diestelbrucher am vergangenen Wochenende zum 900-jährigen Bestehen ihres Ortsteils von Freitag bis Sonntag mit vielen Gästen ein großes Fest gefeiert.
Bei Recherchen zu einer Neuauflage der Dorfchronik stieß Historiker Roland Linde auf im Kloster Corvey auf eine Urkunde, die eindeutig belegte: Diestelbruch – genauer: die Bauernschaft Leistrup-Meiersfeld bestand schon vor 900 Jahren. Sie ist also fast 300 Jahre älter als bisher angenommen. Denn 1991 hatten die Diestelbrucher das 600-jährige Bestehen ihres Dorfes gefeiert. Das hätte eigentlich schon die 875-Jahr-Feier sein müssen. Der Ort ist also nur scheinbar in den vergangenen 25 Jahren um 3 Jahrhunderte gealtert. Den besonderen Geburtstag feierten die Diestelbrucher mit Freunden des Dorfes gleich ein ganzes Wochenende. Freitagabend ging es mit Grußworten von Schirmherr Bürgermeister Rainer Heller, dem Landrat Dr. Axel Lehmann und dem Vorsitzenden des Lippischen Heimatbundes, Friedrich Brakemeier, los. In seiner Festrede schilderte Roland Linde noch einmal seine Recherchearbeit und überzeugte die Dorfbewohner von tatsächlichen Alter Diestelbruchs. Den nächsten Tag gingen die Feierlichkeiten mit einem Rahmenprogramm à la Kirmes und Schießbuden. Lecker Bratwurst und sommerliche Temperaturen lockten zahlreiche Besucher ins Gewühl –musikalisch begleitet von den "Cappler Lockvögeln". Außerdem zeigten Gruppen des TuS Eichholz-Remmighausen Tanz- und Showeinlagen bei dem Familien-Event. Extra für diese Tanzeinlagen kam auch Frank Kemna. Er begleitete seine Tochter Lale zu der Veranstaltung. "War mir gar nicht so bewusst, dass Diestelbruch schon so alt ist. Sieht immer noch jung und frisch aus", betonte Frank Kemna mit einem verschmitzten Grinsen. Seine Tochter und ihre Freundin Michelle Schwindt übten indes schon mal für ihren Auftritt mit den "Puzzle´s". Unter der Leitung der Trainerinnen Sophie Westerheide und Leenja Gräser nimmt die Tanzgruppe schon seit drei Jahren an Wettkämpfen des Deutschen Turnerbundes teil und ist "Vize-Westfalen-Meister" geworden. Wer sich für einen Höhenflug besonderer Art interessierte, konnte sich beim LSV-Detmold (Luft-Sport-Verein) informieren und in einem Segelflugzeug Platz nehmen. Mike Beermann zeigte das nicht motorisierte Fluggerät und erklärte, wie man ohne ersichtlichen Antrieb scheinbar wie ein Vogel fliegen kann. Lia Müller träumt schon lange davon, einmal Pilotin zu werden. "Aber in einem größeren Flugzeug", betonte die 11-Jährige. Mit den Tipps und Anweisungen des Piloten Beermann kam sie ihrem Traum etwas näher. "Mit 14 Jahren kann man schon mit dem Flugschein anfangen. Nach rund 80 Flugstunden darf man, wenn man es kann, auch alleine fliegen", so der Segelflieger Beermann. Den Abend genossen alle im Festzelt zu der Musik von "eine Band namens Wanda". "Mit über 200 vorverkauften Karten erwarten wir eine volle Hütte", so Gerhard Hansmeier vom Verein "Unser Diestelbruch". Den Ausklang fand das bunte Treiben zwischen Traktoren, Kirmes, Festzelt und weiteren Ausstellungen und Attraktionen am Sonntag. Mit dem "Orchester Vahlhausen Lippe Detmold" begann der musikalische Frühschoppen. Am Nachmittag ließen die Diestelbrucher fast 300 Ballons in den Himmel steigen. Mit "The Pipes and Drums of the Royal British Legion Onsabrück" gab es zum Abschied noch zünftige Dudelsack-Musik von den "Rockträgern" aus Schottland.
