Kreis Lippe. Der Arbeitsmarkt in Lippe nimmt weiter eine erfreuliche Entwicklung. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent gesunken. Faktisch bedeutet dies, dass derzeit 12.220 Personen in Lippe – und damit 512 weniger als im August – ohne Arbeit waren. Heinz Thiele, Leiter der Detmolder Arbeitsagentur, sieht die Entlastungswirkungen auf dem lippischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt hauptsächlich saisonal bedingt: "Auf die Herbstbelebung ist auch in diesem Jahr wieder Verlass!" Aber auch die konjunkturelle Lage, die Thiele unterjährig als stabil bezeichnet, wirke positiv auf die Senkung der Arbeitslosigkeit in Lippe. Dank der robusten Konjunktur entwickelte sich nämlich auch das Stellenangebot gut. So sind im Vergleich zum Vorjahresmonat 410 Stellen bzw. acht Prozent mehr zur Besetzung gemeldet worden. Der Agenturchef: "Die Herausforderung besteht darin, die freien Stellen auch mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Das Stellenprofil deckt sich nicht immer mit der Qualifikation der Jobsuchenden. Als Arbeitsagentur ist es unsere Aufgabe, diese Lücke möglichst zu schließen, und geeignete und willige Menschen weiter zu qualifizieren, um Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen."
Im September meldeten sich im Kreis Lippe 2.197 Personen neu oder wieder arbeitslos; 2.714 Frauen und Männer meldeten sich im aktuellen Monat aus der Arbeitslosigkeit ab. Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich, Agentur für Arbeit Detmold) liegt die Arbeitslosigkeit im September bei 3.229, das sind 366 Personen weniger als im Vormonat und zugleich 169 weniger als im Vorjahr 2015. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung, Jobcenter Lippe) gab es im September 8.991 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 146 Personen gegenüber August. Im Vergleich zum September 2015 sind es 256 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB-III-Arbeitslosigkeit liegt nunmehr bei 1,8 Prozent; die anteilige SGB-II-Arbeitslosigkeit bei 5,0 Prozent. Thiele: "Diese Zahlen zeigen nur zu deutlich, dass gut qualifiziertes Personal vom Arbeitsmarkt aufgenommen wird. Die große Aufgabe ist es, Langzeitarbeitslose in der Grundsicherung in Beschäftigung zu bringen." Die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahren) nahm im Vergleich zum Vormonat um 192 Personen oder 11,4 Prozent auf 1.492 junge Frauen und Männer ab. Die altersspezifische Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,2 Prozent (Vormonat: 8,1 Prozent). Agenturleiter Thiele: "Damit ist die Jugendarbeitslosigkeit ist in Lippe – wie seit Jahren – viel zu hoch. Ich erneuere deshalb gerne meinen Appell an die einstellenden Betriebe in der Region, auch vermeintlich schwächeren Jugendlichen eine Chance auf Beschäftigung zu geben. Denn nur, wenn wir die jungen Menschen an Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit heranführen, werden wir Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden. Und meine Erfahrung ist es, dass kein Jugendlicher talentfrei ist." Bei den Älteren (über 50 Jahre) sank die Arbeitslosenzahl im September gegenüber August um 104 Personen auf 3.531 Frauen und Männern. Bei den über 50-Jährigen liegt die Arbeitslosenquote bei 5,7 Prozent. Im September des Vorjahres lag die Quote noch bei 5,9 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzierte sich im Vergleich zum Vormonat um lediglich vier Personen und liegt aktuell bei 5.446. Im Vergleich zum September 2015 sind es allerdings 373 Frauen und Männer weniger. Aktuell sind 2.790 ausländische Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 396 Personen mehr als im September vor einem Jahr, was einmal mehr auf den Zugang geflüchteter Menschen zurückzuführen ist. Die günstigsten Arbeitslosenquoten in OWL weisen nach wie vor die Bezirke Paderborn und Herford (5,3 und 5,4 Prozent) auf. Aber auch Bielefeld (6,3 Prozent) und Detmold (6,7 Prozent) liegen weiterhin günstiger als der NRW-Durchschnitt von 7,6 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb in OWL auf hohem Niveau. 5.286 Arbeitsangebote wurden im Laufe des Septembers von Betrieben und Verwaltungen gemeldet, geringfügig weniger als im September 2015 (-194). In der Region sind bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 17.885 freie Arbeitsstellen gemeldet, 2.957 oder gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr.