WUNSTORF (mh). Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW haben Dienstag die Vorschläge für mögliche Erdkabelkorridore der Gleichstromverbindung SuedLink veröffentlicht. Ein Vorschlag sieht einen Trassenverlauf westlich von Hannover von Norden kommend auf den Gebieten Frielingen, Schloss Ricklingen, Luhte, Dedensen, Ostermunzel, Gehrden vor. Ein weiterer Vorschlag beinhaltet ebenfalls den Bereich westlich von Hannover über Frielingen, Horst, Gümmer, Seelze, Kirchwehren, Gehrden. Zudem gibt es einen weiteren Trassenvorschlag der östlich von Hannover über die Gebiete Celle, Peine und Holle verläuft.
"Auch für uns kam das überraschend, denn wir sind im Vorfeld nicht darüber informiert worden", sagt der Seelzer Bürgermeister Detlef Schallhorn zu den möglichen Erdkabelkorridoren im Seelzer Stadtgebiet. Die Stadtverwaltung werde sich daher zunächst ein genaues Bild von den neuen Plänen verschaffen. "Ich finde es grundsätzlich gut, dass die oberirdische Verkabelung vom Tisch ist", betont Schallhorn. Allerdings habe auch die unterirdische Variante nicht nur Fürsprecher. Die Stadt werde sich auch deshalb intensiv in die von den Netzbetreibern für Mitte Oktober bis Mitte November angekündigten Info-Foren einbringen. Und auch nach diesen Info-Foren, die eine Art Vorverfahren bilden, werde die Stadt im offiziellen Planfeststellungsverfahren eingebunden sein und ihre Position darstellen. "Wir werden alles dafür tun, dass die Seelzer Interessen berücksichtigt werden", verspricht Schallhorn. Alles, was das Wohnen und den Wohnwert in Seelze nicht beeinträchtigt, findet meine Unterstützung", fügt er hinzu. Allerdings sei auch eine unterirdische Verkabelung möglicherweise eine Beeinträchtigung. "Jede Variante, die Seelze nicht betrifft, wäre uns daher lieber", erläutert der Bürgermeister. Nachdem Ende vergangenen Jahres der Erdkabelvorrang für Gleichstromverbindungen gesetzlich festgelegt worden war, hatten die beiden Übertragungsnetzbetreiber mit den Planungen für den SuedLink begonnen. Nach dem jetzt bevorstehenden Abwägungsprozess wird am Ende eine Trasse übrig bleiben, die 2025 fertig gestellt sein soll. Dieses sei ein ambitionierter Zeitplan, wie die Geschäftsführer der Netzbetreiber einräumten. TenneT und TransnetBW wollen den Genehmigungsantrag im ersten Quartal 2017 bei der Bundesnetzagentur einreichen. Eine Bürger-Beteiligung, das hat TenneT mitgeteilt, ist ab sofort auch über das Internet möglich: Unter www.tennet.eu gibt es Informationen zu den Trassenverläufen. Auch hier können bereits Anregungen gegeben werden. Grafik: TenneT/GeoBasis-DE/BKG