POHLE (ag). Das erste Bürgergespräch über die Sanierung der L439, genauer gesagt die 1,7 Kilometer lange Ortsdurchfahrt Pohle, ließ viel Kritik aufkommen. Knapp 70 Zuhörer kamen zur Veranstaltung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die erste Erwähnung fand das Projekt schon 2008, konkret wurde es ab 2011 mit Vermessung und Baugrunderkundung. Der nun entwickelte Vorentwurf wurde vorgestellt und traf auf mäßig bis wenig Zustimmung.
Hartmut Meyer und Friedrich Glaubitz von der Landesbehörde stellten die aktuelle Planung vor. "Wir wollen die Sanierung möglichst bürgerfreundlich gestalten", sagte Meyer. Trotzdem bringt so eine Sanierung natürlich Beeinträchtigungen mit sich – mit denen die Bürger unzufrieden sind. Auch über die Relevanz der Maßnahme wurde diskutiert: "Dann lasst die Straße doch einfach kaputt", sagte ein Anwohnerin. Die Befürchtung: Wenn die Straße repariert ist, fahren wieder zahlreiche Lastwagen durch den Ort. Ein weiteres Anliegen der Bürger ist die Verkehrsberuhigung, da laut Messungen viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Problematisch sind die Geschwindigkeitsübertretungen auch wegen teils schmaler Gehwege. "Es wird aber kein Gehweg schmaler als 1,50 Meter", sagte Glaubitz. Damit werden die Gehwege breiter als bisher. Die Gehwegplanung am Ortsausgang Richtung Lauenau ist noch umstritten – die Entscheidung für eine Maßnahme liegt beim Rat. Weitere Beeinträchtigungen werden bei den Gewerbetreibenden erwartet. Die Anlieferung soll größtenteils aufrechterhalten werden – kann sich stellenweise aber schwierig gestalten. "Soll ich meine Pizzeria schließen?", fragte ein Gastronom. Der Baubeginn ist frühestens 2019. Die Bauzeit wird über ein Jahr betragen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 2,5 Millionen Euro. Die Gemeinde trägt einen Teil der Kosten für die Gehwege.