Oerlinghausen (kd). Ihr Können und ihre Geschicklichkeit auf dem Fahrrad brauchten die Teilnehmer des Regionalturniers des ADAC Ostwestfalen-Lippe nicht mehr nachzuweisen. Die 175 qualifizierten Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren hatten bereits bei 210 Fahrradturnieren gesiegt, an denen in diesem Jahr wieder über 10.000 ostwestfälische Jungen und Mädchen teilgenommen haben. In der Sporthalle des Schulzentrums Oerlinghausen ging es jetzt um die Fahrkarten zur Deutschen Meisterschaft, die am 19. November in Münster stattfindet. Ausrichter war der ADAC-Ortsclub AMC Helpup. In seiner Begrüßungsansprache unterstrich der AMC-Vorsitzende Wolfgang Hunke die Bedeutung der Fahrradturniere für die Verkehrssicherheit von Nachwuchsradlern. Bürgermeister Dirk Becker freute sich, alle qualifizierten Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern, Geschwister und Großeltern in Oerlinghausen begrüßen zu dürfen und lobte das Engagement des ADAC zur Verkehrssicherheit.
Nach einem Anstieg auf 10.918 verunglückte Zweiradler im Jahr 2012 sank die Zahl in 2015 wieder auf 9.060, jedoch stieg die Zahl der tödlich verunglückten jungen Radler von 14 auf 17 an. Statistiker führen die die Absenkung der Unfallzahlen über die vergangenen Jahre vorwiegend auf die hohe Helmtragequote insbesondere bei Kleinkindern und Grundschülern zurück. Allerdings sind die Unfallzahlen in der Altersklasse zehn bis 15 Jahre weiterhin hoch – hier scheint es "uncool" zu sein einen Fahrradhelm zu tragen. Für den ADAC OWL Verkehrsvorstand Heinz Sasse ist dies ein deutliches Signal, die gemeinsamen verkehrserzieherischen Anstrengungen des ADAC und seiner Partner aufrechtzuerhalten und zu intensivieren. Gleichzeitig appellierte er noch einmal an die jungen Teilnehmer und ihre Begleiter, sich stets an die Verkehrsregeln zu halten, und an ihre Eltern, auf dem Rad auch selbst einen Helm zu tragen. Nach den spannenden Wettkämpfen gab es strahlende Gesichter, als den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Urkunden, Pokale und Sachpreise überreicht wurden. Die Ehrungen nahmen ADAC OWL Verkehrsleiter Hans Sasse gemeinsam mit Regierungsbaurat Reinhard Weitz als Vertreter der Schirmherrin, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, vor. Zur Deutschen Meisterschaft nach Münster dürfen fahren: Jahrgang 2007 bis 2008: Sophie Teichrib aus Espelkamp und Nevio Struffolino aus Steinhagen. Jahrgang 2005 bis 2006: Alisha Jedral aus Hiddenhausen und Jonas Barkei. Jahrgang 2001 bis 2004: Charlotte Janzen aus Lübbecke und Lars Eikmeier aus Bad Oeynhausen. Beim Deutschen Endturnier werden auch die Teilnehmer für das AIT-Europaturnier 2017 (voraussichtlich) in Albanien ermittelt. Die Fahrradturniere werden unter dem Motto "Mit Sicherheit ans Ziel" vom ADAC und teilweise mit den Kreispolizeibehörden, Volksbanken, Spar- und Darlehnskassen sowie Schulen durchgeführt und unterstützt. Kinder und Jugendliche sollen dabei durch die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten ihre Sicherheit auf dem Rad steigern. Damit sollen die Unfallzahlen gesenkt werden und die Kinder sollen – bei aller Vorsicht – ihre Freude am Radeln erhalten. Seit dem Start des Verkehrssicherheitsprogramms im Jahr 1970 fanden bundesweit bereits mehr als 155.000 Turniere mit mehr als zehn Millionen Kindern statt. Etwa sieben Millionen Rad fahrende Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 15 Jahren gibt es in Deutschland. Mit wachsendem Alter wird das Rad auch zunehmend als Verkehrsmittel auf dem Weg zu Schule, Verein, Freizeit etc. genutzt. Die häufigsten Unfallursachen sind dabei die falsche Benutzung der Fahrbahn, Fehler beim Abbiegen und Wenden, Vorfahrtsverletzungen sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. Speziell diese Fehler sollen durch die Fahrradturniere vermieden werden.
