1. Keine neue Brücke vor 2018

    Landesbehörde bestätigt Neubau an der Eschenbrucher Straße

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    Lügde (afk). In den Fugen zwischen den Bordsteinen der Emmerbrücke und der Betonfahrbahn an der Eschenbrucher Staße wuchert das Unkraut bis zu einem halben Meter hoch. Der Fußgängerweg hinter den rot-weißen Absperrbaken ist seit zwei Jahren von niemandem mehr betreten worden. Fußgänger werden auf die Nordseite der Brücke gelenkt. Ein unbefriedigender Zustand für alle, die diesen Verkehrsabschnitt passieren wollen, ob motorisiert oder zu Fuß. Und das wird noch mindestens bi 2018 so bleiben. Dann soll sie aber kommen, eine komplett neue Emmerbrücke, hat die Regionalniederlassung von "Straßen.NRW" aus Bielefeld jetzt bestätigt. In der Großgemeinde Lügde gibt es mehr als 60 Brücken, 39 davon sind in der Baulast der Stadt. Einige von ihnen wurden und werden zurzeit in einem speziellen, auf mehrere Jahre ausgelegten Sanierungsprogramm entweder erneuert oder völlig neu errichtet. Einige Brücken, darunter auch die Emmerbrücke an der Eschenbrucher Straße, gehören aber auch in die Zuständigkeit des Landes. Als vor zwei Jahren diese Brücke wie aus heiterem Himmel teilweise gesperrt wurde, wunderte man sich in Lügde nicht schlecht, denn äußerlich hinterließ das Bauwerk nicht unbedingt den Eindruck einer Baufälligkeit. Die Techniker aber sahen das anders und verhängten aus Gründen der Sicherheit einige Einschränkungen. Parallel dazu überprüften Experten seither regelmäßig den Zustand. Leidtragende waren vor allem die Fußgänger, denn gleich beide hochliegenden Bürgersteige wurden gesperrt. Während auf der Südseite kein Fußgänger mehr gehen darf, wurde auf der Nordseite ein schmaler Weg auf der Fahrbahn der auch von Schwerlastverkehr genutzten L 946 für sie freigegeben. Lediglich ein halbhoher rot-weißer Zaun trennt den schmalen Durchgang von der Fahrbahn, die durch den Fußweg auch verengt werden musste. Fußgänger und Fahrzeuge kommen sich hier sehr nahe. "Es ist ziemlich eng", beklagt die 75jährige gehbehinderte Ruth B., die häufig mit ihrem Rollator vom unweit entfernten Südausgang des Emmerauenparks durch dieses Nadelöhr gehen muss. "Ich hoffe immer, dass mir kein anderer Rolli-Fahrer entgegenkommt", sagt sie. "Dann muss einer von uns rückwärts zurück." Seit zwei Jahren aber hat sich hier sichtbar nichts mehr getan und so entwickelte sich ein Geduldsspiel, das auch in der Verwaltung und der Politik immer wieder zu Nachfragen führte, ohne dass es befriedigende Antworten von der Landesbehörde gab.

    Das änderte sich jetzt, als die Regionalniederlassung von "Straßen.NRW" in Bielefeld bestätigte, dass ein kompletter Brückenneubau erforderlich ist. "Das ist die wirtschaftlichste Lösung", versichert der Pressesprecher der Behörde, Sven Johanning. Wann tatsächlich mit dem Bau dieser Emmerüberquerung in Lügde begonnen werden kann, steht in den Sternen, denn vorab gilt es von den Konstrkteuren der Behörde Grundsatzfragen zur Bauart (ob wieder in Spannbeton wie jetzt oder als Stahlverbund mit Betonplatten) sowie auch zur Form wieder mit Kurve oder ein gerader Verlauf zu erklären. Offen ist laut Behördensprecher auch, ob die bisherigen Fundamente wieder benutzt werden können oder ob völlig neu gegründet werden muss. Dazu müssen die Arbeiten mit den zuständigen Wasser- und Naturschutzbehörden abgestimmt werden. Allerdings wird in Lügde die Geduld strapaziert, denn vor 2018 wird keinesfalls dort gebaut, meint Johanning. In jenem Jahr aber wird vom Land Niedersachsen im benachbarten Bad Pyrmont auch die Emmerbrücke (Heemsteder Brücke) über die Bahnhofstraße (L 426) saniert. Das ist eine der wesentlichen Verkehrsadern der Kurstadt mit einer Belastung von mehreren tausend Fahrzeugen pro Tag. Sie ist die Ost-West-Verbindung zwischen der B1 bei Barntrup und dem Emmertal bzw. Hameln. Als Umleitung war hier die L946 zwischen Lügde und Eschenbruch angedacht. "Hier werden unsere und die niedersächsische Behörde ein Verkehrskonzept entwickeln", versichert der Pressesprecher. "Parallele Arbeiten an derart wichtigen Brücken wird es nicht geben. Eines von beiden Projekten wird wohl warten müssen." Vermutlich wird das die Lügder Emmerbrücke sein. Damit zeichnet sich ab, dass man sich in der Osterräderstadt noch mindestens drei Jahre mit diesem unbefriedigenden Zustand mit rot-weißen Baken und Zäunen sowie einer verengter Fahrbahn und einseitigem schmalem Fußweg abzufinden – zwei Jahre sind gerade erst um!

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