1. Die Weisheit der Zentenare

    Autorin Kerstin Schweighöfer gab Lesung in Salzuflen

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    Bad Salzuflen (rto). Können uns Hundertjährige in unserer schnelllebigen und modernen Zeit noch Dinge mit auf den Weg geben die für unser Leben wichtig sind?

    Ja, meint Kerstin Schweighöfer, Journalistin und Buchautorin, die am Freitag in Bad Salzuflen zu Gast war. Auf Einladung des Vereins Soziale Altenhilfe Lippe e.V. (SAD), las die Autorin aus ihren Buch "100 Jahre Leben” in dem sie ihre Begegnungen mit 10 Hundertjährigen (Zentenare) schildert. Die Autorenlesung fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Vereins zum diesjährigen Welt-Alzheimertag statt, der unter dem Motto "Jung und alt bewegt Demenz” stand. Lebendig berichtet die Autorin spannend und unterhaltsam über ihre Gesprächspartner. Man habe kein Recht auf Glück in Leben, sei eine der wichtigsten Aussagen ihrer Interviewpartner gewesen, so die in den Niederlanden lebende Autorin. Erst dadurch gebe es das Glück und unvergessliche Glücksmomente überhaupt. Auch solle man trotz aller Last immer nach vorne schauen, habe sie oft gehört. Alle ihre Gesprächspartner hätten einen überaus fitten Eindruck auf sie gemacht und trotz ihres hohen Alters und ihres oft schwierigen Lebensweges immer noch eine unbändige Lebensfreude in sich getragen, so Kerstin Schweighöfer. In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum ging es um die zunehmende Altersgesellschaft und ihre Folgen. Auch das Miteinander zwischen Jung und Alt spielte dabei eine Rolle. Da nicht alle alten Menschen in Zukunft krank werden, stellte sich auch die Frage nach der Arbeitsfähigkeit und der Rolle der alten Menschen in der Gesellschaft der Zukunft. An sechs Schwerpunkten lehnte die Autorin ihre These an, dass Lebensmut wichtig zum alt werden sei. "Liebe, Leidenschaft, Lebensmut, Freundschaft, Unvoreingenommenheit und vor allem die Freiheit sind die wichtigsten Voraussetzungen um zufrieden alt zu werden", das habe ich in den Gesprächen gelernt, sagt Kerstin Schweighöfer. Zum anderen sei die Leidenschaft von zentraler Bedeutung. "Wir brauchen eine kleine Flamme, die in uns brennt. Wer im Leben nichts wolle, ist schon tot geboren", sagte mir eine Hundertjährige, so die Autorin. Dem konnte auch eine 93-jährige Zuhörerin des Abends zustimmen.

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