Barntrup (jn). Dass bei uns noch längst nicht jedes Kind die gleichen Chancen hat, das ist ein Umstand, den Corina Räker vom Migrations- und Sozialbüro "Albatros" bei ihrer Arbeit täglich wieder erfährt. Und deshalb auch nicht müde wird, daran Stück für Stück etwas ändern zu wollen.
Mit einem neuen Projekt, in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur Barntrup, sollen Kinder aus benachteiligten Familien ab sofort im schulischen Bereich unterstützt werden: mit der Aktion "Federmappe", die einmal im Monat Schulmaterialien ausgibt. Denn gerade in der Schule würden die Unterschiede beim Geldbeutel der Eltern schnell sichtbar, sagt Beate Wilde, aktives Mitglied der Freiwilligenagentur. "Man sieht die Bedürftigkeit bei den Kindern. Oft werden keine Hefte oder Stifte nachgekauft, es fehlen Ranzen oder Malutensilien. Wir bekommen von den Schulen entsprechende Rückmeldungen," fasst sie den Ansatzpunkt des Projektes zusammen. Der Mangel kann weitreichende Folgen haben: Weil einige Familien weniger Einkommen haben als andere, besteht die Gefahr, dass Kinder aus diesen Familien von Anfang an schlechtere Startchancen für eine gute Schulausbildung haben. Ideengeber für die Aktion "Federmappe" war das Projekt "Schulkramkiste" aus Bielefeld, dank erster großer und kleiner Spenden waren Corina Räker und "ihre" Ehrenamtlichen dann auch für Barntrup schnell mit allerlei neuwertigen Schulmaterialien ausgestattet. Jeden 1. Montag im Monat steht von 16 bis 18 Uhr nun ein Raum im 1. Stock des Neuen Hauses an der Kellerstraße 2 zur Verfügung, in dem Schulmaterialien an Famiilien ausgegeben werden, die ihre Bedürftigkeit duch Leistungsbescheide etc. belegen können. Gegen einen kleinen Kostenbeitrag von 10 Cent gibt es Hefte und Ordner, für 50 Cent zum Beispiel College-Blöcke oder Scheren. Tuschkästen, Wachsmaler oder Zirkel kosten 1 €. Und das sei die Höchstgrenze, so Corina Räker. Weitere Geld- oder Material-Spenden für die "Federmappe" sind herzlich willkommen, denn der Nachschub an neuwertigen Schulmaterialien schwindet zusehends. Die erste Resonanz der Barntruper Familien war gut.
