1. Japan-Bilder aus Kaempfers Album

    Sonderausstellung noch bis zum 27. November im Hexenbürgermeisterhaus

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    Lemgo (rto). Von seiner Reise durch Asien hatte Engelbert Kaempfer nicht nur zahlreiche Manuskripte und Zeichnungen als Ertrag seiner eigenen Forschungen, sondern auch Objekte, Bücher und Bilder mitgebracht. Sie stammten überwiegend aus Japan, wo sich Engelbert Kaempfer in den Jahren 1690 bis 1692 als Arzt im Dienst der Holländischen "Vereinigten Ostindischen Companie" aufgehalten hatte. Darunter auch fünfzig Wasserfarbenbilder, die lange Zeit als verschollen galten. Es handelt sich um Wasserfarbenbilder, die Engelbert Kaempfer vermutlich durch die Vermittlung seines Dolmetschers Imamura Gen’emon erwerben konnte.

    Die wertvolle Sammlung wurde nach seinem Tod durch seinen Neffen Johann Hermann Kaempfer nach England verkauft. Heute befindet sie sich in der "British Library". Engelbert Kaempfer starb am 2. November 1716. Am 15. November 1716 wurde er in der Pfarrkirche St. Nicolai in Lemgo beerdigt. Kaempfers berühmteste Schrift, die "Geschichte und Beschreibung von Japan", auf dem sich die Ausstellung aufbaut, erschien erst nach seinem Tod. Sie hat das europäische Japan-Bild bis ins 19. Jahrhundert hinein geprägt. Es handelte sich aus heutiger Sicht um eine der bedeutendsten Japan-Sammlungen im frühneuzeitlichen Europa. Über lange Zeit wurden die 50 bildlichen Darstellungen japanischer Tempel und Gebäude nur wenig beachtete. Heute haben sie jedoch einen hohen Seltenheitswert. Die 25 ausgestellten Bilder, hochwertige Scans der Originale, zeigen Tempel und andere Gebäude des 17. Jahrhunderts. Die Namen der Künstler sind nicht bekannt. Die Bilder sind von besonderer Bedeutung, weil nur wenige künstlerische Werke aus dieser Zeit erhalten geblieben sind. Zur Eröffnung der Sonderausstellung, die bis zum 27. November zu sehen ist, war auch der Japanische Generalkonsul Ryuta Mizuuchi mit seiner Gattin aus Düsseldorf gekommen. Der Generalkonsul lobte nicht nur das Wirken Engelbert Kaempfers. Er sagte auch, dass er Lemgo als Stadt bis zu der Einladung zur Eröffnung nicht kannte. "Ich bin deshalb im Juni schon einmal hier gewesen, um mir die Stadt des großen Kosmopoliten Engelbert Kaempfer anzusehen. Zurückgekehrt mit vielen schönen Eindrücken, freue ich mich ganz besonders heute zur Ausstellungseröffnung wieder hier zu sein", sagte der Generalkonsul. Weiterhin lobte er Kaempfer, der schon 200 Jahre vor der eigentlichen diplomatischen Kontaktaufnahme zwischen Preußen und Japan wirkte, als Vorreiter des Japanismus in Europa. Er wünschte der Ausstellung viel Erfolg und neue Anregungen. Bürgermeister Dr. Reiner Austermann lobte vor allem die Unnachgiebigkeit von Karl-Rochus Kintscher, der die Ausstellung mit Hilfe vieler Sponsoren ermöglicht hat. Bürgermeister Dr. Austermann meinte, dass sich die Auseinandersetzung mit dem bekannten Lemgoer Kaempfer immer noch lohne. "Auch heute gilt immer noch sein Leitspruch, Menschen aller Kulturen mit Respekt zu begegnen", sagte das Stadtoberhaupt bei der Veranstaltung im Hof des Museums. Bei dem japanischen Generalkonsul bedankte sich der Lemgoer Bürgermeister, dass er den weiten Weg auf sich genommen hat, der Stadt und Engelbert Kaempfer die Ehre zu erweisen. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl (Reproduktionen) der kaum bekannten Bilder aus dem Album, das sich in der "British Library" befindet. Darüber hinaus sind Kupferstiche mit gleichen oder ähnlichen Motiven aus Kaempfers Japan-Werk zu sehen und Ansichten aus den "Amoenitates exoticae" werden auch gezeigt.

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