Detmold (la). Eine in dieser Woche veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Das Thema Kinderarmut ist wichtiger denn je. Immer mehr Kinder in Deutschland leben von Hartz IV, im Bundesdurchschnitt liegt die Quote bei 14,7 Prozent; und Lippe liegt mit 14,6 Prozent nur knapp darunter.
Besonders betroffen von Armut sind laut der Studie Kinder von Alleinerziehenden und mit zwei oder mehr Geschwistern. Das Fatale: Je länger Kinder in Armut leben, desto negativer sind die Folgen für ihre Entwicklung und ihre Bildungschancen. Sie haben häufig kein eigenes Zimmer, keinen Rückzugsort für Schularbeiten, essen kaum oder gar kein Obst und Gemüse. Verglichen mit Kindern in gesicherten Einkommensverhältnissen sind arme Kinder häufiger sozial isoliert, gesundheitlich beeinträchtigt und ihre gesamte Bildungsbiografie ist deutlich belasteter. "Kinderarmut beeinträchtigt die Chancen für das ganze Leben. Um gezielt gegen Kinderarmut und ihre Folgen vorzugehen, brauchen wir mehr Fakten", sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Außerdem fordert er, die Existenzsicherung der Kinder neu zu gestalten. Mit dem Thema "Kinderarmut hat viele Gesichter" befasst sich auch der Vortrag von Dipl.- Pädagogin Elena Bütow im AWO Familienzentrum Herberhausen, Schlingenbusch 34, am Montag, 19. September. Der einführende Vortrag wirft einen Blick auf die aktuelle Armutslage von Kindern in Deutschland und fokussiert anhand von Studien vor allem die Perspektive der Kinder auf ihre Lebenswirklichkeit unter Armutsbedingungen. In einer anschließenden Diskussion gibt es die Möglichkeit gemeinsam Chancen und Grenzen einer kindbezogenen Armutsprävention zu diskutieren und Perspektiven einer regionalen Armutsbekämpfung auszuloten. Der Vortrag findet von 18 bis 20 Uhr statt. Um Anmeldung per E-Mail an "fz-kita-herberhausen@awo-owl.de" wird gebeten.