Lügde (afk).Sommerliche Hitze lag über dem Emmerauenpark, als Lügde am Wochenende zwei Tage lang seine Traditionen pflegte und feierte. Das Ackerbürgerfest, also das Fest der Bauern aus der Stadt, präsentierte sich dem Publikum mit vielen Aktionen und Informationen vor allem der Handwerkskunst und war gespickt mit viel Musik und Marktgeschehen – eine bunte Mischung, die diese zweifellos attraktive Veranstaltung bot. Ein wenig litt das Fest vor allem am Samstag unter den sommerlichen Temperaturen. Zum Abend hin kam das Publikum in größerer Zahl, um in gemütlicher Atmosphäre an einem herrlichen Spätsommerabend der Live-Musik der Coverband "Nightlife" zu lauschen, zu tanzen und sich kulinarisch mit Traditionellem und Handfestem zu verwöhnen. Am Nachmittag hatte die Schülerband "One Hour" mit richtig fetzigem Rock eingeheizt. Bürgermeister Heinz Reker beruhigte in seiner Begrüßung die Älteren: "Rock muss einfach laut sein." Fast unbemerkt hatten die Dechen ihre alte Dreschmaschine in Betrieb genommen, die hier am vor Kurzem geerntete Roggen das Stroh vom Korn zu trennen. Ein staubige Angelegenheit, wie sich bald unschwer zeigte. Wie gut, dass die Dechen am Rande des Parks ihre Gerätschaft aufgebaut hatten! Allerdings blieben hier dann auch die Zuschauer eher auf Distanz. Und es gab wahrlich an beiden Tagen einiges zu entdecken. Großes Interesse weckte Elisabeth Thiele, die viele Jahre in der früheren Lügder Zigarrenfabrik Schwering & Hasse ("Lebensstern raucht jeder gern") nach eigenem Erzählen täglich tausend Glimmstengel per Hand im Akkord gefertigt hatte. Für dieses Fest hatte sie sich bereit erklärt, ihre frühere Tätigkeit am eigens aus dem Heimatmuseum herbeigeschafften Arbeitstisch wieder mal einem breiten Publikum zu demonstrieren. Und das zeigte sich wissbegierig. So erfuhr man von ihr auch, dass aus zollrechtlichen Gründen auch bei diesem Fest die von ihr verarbeitete Tabakmenge genau vorher und nachher abgewogen werden musste. Imker Uwe Tölke aus Rischenau führte vor, was "seine" Bienen alles zu leisten im Stande sind und welche Produkte daraus hergestellt werden können. 21 Stände hatten sich auf dem Areal des Emmerauenparks präsentiert und zeigten viel aus dem Landleben früherer Tage. Und wer wollte, konnte auch mal sein Geschick beim Melken einer (Kunststoff-)Kuh beweisen. Aber auch zum Shoppen oder auch Mitmachen gab es durchaus einige Gelegenheiten. "Bingo Dave" und "Miss Sofie" luden ein zum "Happy Bingo". Dazu hatten heimische Firmen zahlreiche nützliche Preise zur Verfügung gestellt. Unentwegt waren andere im Park unterwegs: Zum einen sorgten als so genannte "walk acts" Frauen der Elbrinxer Dorfbühne als Bäuerinnen verkleidet dort für Ordnung und Sauberkeit – streng im Ton, aber lustig gemeint und charmant präsentiert. Sie hatten die Lacher stets auf ihrer Seite. Und der bewährte "Entenverkäufer" Dietrich Günnewich zog zusammen mit dem Vorsitzenden von Lügde Marketing, Meinolf Haase, stundenlang an beiden Tagen umher, um seine quietschegelben Kunststoff-Schwimmer an den Mann oder die Frau zu bringen. Am Sonntagnachmittag wurden sie an der Eschenbrucher Brücke in die Emmer geworfen. Mehrere hundert schwammen flußab. Im Park war eine Sperre aufgebaut, an der die Reihenfolge der eintreffenden Enten mit den Startnummern registriert wurde. Auf die Gewinner warteten ebenfalls zahlreiche Preise. Mit einem zünftigen Frühschoppen mit dem Blasorchester Lügde startete der Sonntag. Die Kinder kamen bei Zauberer Prestino wieder voll auf ihre Kosten und die Folkband Tom Braker Syke saus Brakelsiek brachte mit ihrer Musik Stimmung auf die Bühne. Natürlich war die kulinarische Angebotspalette auf diesem Fest wieder reichhaltig und vielseitig auch mit lokalem Geschmack: Bodo Westerhofe lieferte beispielsweise Kräuterpickert, es gab eine Wein- und Feinkostbar, fruchtige Cocktails, selbst gebackene Kuchen- und Tortenvariationen, eine leckere Salatbar, und für frischen Räucherfisch sorgte die Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz Lügde. Mancher verputzte die Forellen gleich an Ort und Stelle, andere nahmen sie mit nach Hause. Mit der Besucherzahl vor allem am Sonntag zeigten sich die Verantwortlichen von Lügde Marketing durchaus zufrieden. Die Besucher genossen wieder einmal tolle Atmosphäre am Ufer der Emmer und eigentlich spricht vieles dafür, dieses Ackerbürgerfest, nicht zuletzt weil es sehr viel Lokalkolorit besitzt, zu wiederholen.
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Hier war für jeden etwas dabei
Ackerbürgerfest im Emmerauenpark zeigte viel Traditionelles
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