1. Faires Frühstück auf dem Wall

    Initiative Fairtrade und AWO Lemgo laden ein

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    Lemgo (pro). Äpfel aus dem eigenen Garten, Hühnereier vom benachbarten Hof, eine Scheibe Brot vom lippischen Bäcker – so einfach, wie manche Lebensmittel auf unseren Tisch finden, ist es bei exotischen Produkten wie Bananen oder verarbeiteten Kakaobohnen oft nicht.

    Für eine weltweit gerechte Entlohnung und gute Produktionsbedingungen setzt sich die Fairtrade Bewegung ein. Auch in Lemgo agiert seit mehreren Jahren eine Lokalgruppe und sorgte dafür, dass im August 2015 der Titel "Fairtrade-Stadt" verliehen werden konnte. Den ersten Geburtstag feiert die Initiative im Rahmen der "Fairen Woche" am Freitag, 23. September, ab 10.30 Uhr mit ihrem bereits dritten "Fairen Frühstück" im Kastanienhaus am Wall. Rund um faire Säfte, Tee und andere Leckereien gibt es außerdem einige Informationen zum Thema Fairtrade. "Alles fing damit an, dass zwei Seniorinnen hier bei uns standen und sagten ‚Wir möchten in Lemgo Fairtrade auf den Weg bringen!‘, und unsere Awo gesagt hat, macht es bei uns.", erinnert sich Petra Junghans an die Anfangszeit zurück. Fortan traf sich die inzwischen auf 16 Köpfe angewachsene "Steuerungsgruppe Fairtrade" im zwei-Monats-Turnus im Begegnungszentrum Kastanienhaus. "Von Beginn an hatten wir die Awo auf unserer Seite, und für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar", bekräftigt Ute Koczy, die sich im Bündnis engagiert. "Fairtrade spiegelt einfach unseren Leitgedanken wider, unseren Wunsch nach einer solidarischen, gerechten Zukunft", zeigt sich Petra Junghans als pädagogische Leitung der Begegnungsstätte von der Idee überzeugt. Mit dem Fairen Frühstück bietet Fairtrade Lemgo nun die Gelegenheit, sich ganz praktisch mit den vielfältigen Möglichkeiten von bewusstem Konsum vertraut zu machen und dabei "fairen Handel zu schmecken", freut sich Junghans weiter. Das Frühstück sei eine universell zugängliche Gelegenheit, um sich mit Fairtrade zu beschäftigen. "Mit Aktionen wie einem Stand auf dem vergangenen ökumenischen Kirchentag in Wendlinghausen und nun unserem Frühstück wollen wir dafür sorgen, dass fairer Handel ins Gespräch kommt", so Gruppenmitglied Helmut Kohorst. Die Früchte des Engagements zeigen sich in derzeit über 40 Kooperationen mit Unternehmen, Kirchengemeinden und Schulen in Lemgo, jedoch gibt es noch mehr zu tun, wie Gruppensprecher Rainer Kluckhuhn erklärt: "Ganz klar geht es bei Fairtrade auch um die Existenzsicherung der Produzenten, und damit um die Verringerung von Fluchtursachen. Es müssen Handelsbedingungen geschaffen werden, die deutliche Benachteiligungen für nur eine Partei ausschließen." Für die Auswirkungen von unfairem Handel wünsche sich die Gemeinschaft mehr mediale Aufmerksamkeit, besonders im Kontext der gegenwärtigen Flüchtlingsthematik. Ein Beispiel dafür sei das Handelsabkommen EPA zwischen Europa und Afrika, was zu Abnahmezwängen von EU-Waren in Afrika führt. Auswirkungen beträfen auch Fairtrade-Produkte wie beispielsweise Kenianische Rosen, auf die nun erhöhte Zölle bei der Einfuhr nach Europa erhoben würden. "Wenn so etwas geschieht, kann sich der Preis im Geschäft erhöhen – aber auch so gibt es einen kleinen Aufschlag, der in den besonderen Anforderungen für das Siegel Fairtrade begründet liegt", ergänzt Helmut Kohorst. "Der Preis sagt etwas über das Leben der Produzenten aus", fasst Ute Koczy zusammen, und "billig bedeutet oft Armut." Die unmittelbaren Konterbeispiele sind auf dem Frühstück direkt erfahrbar. Eine Anmeldung ist noch bis zum 20. September unter der Telefonnummer (05261) 5601 erbeten.

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