1. Außergewöhnliche Belastungen

    Kabarett mit Stefan Waghubinger in der Stadthalle Detmold

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    Detmold (la). Stefan Waghubinger hat einen ungewöhnlichen Werdegang: der gebürtige Österreicher kam vor dreißig Jahren nach Deutschland, um hier Theologie zu studieren, ist aber mittlerweile Kabarettist und Kinderbuchautor und Cartoonist. Er wird als Geheimtipp gehandelt – als neuer Stern am Kabaretthimmel. Auf jeden Fall darf man sich auf einen anspruchsvollen und philosophischen, unterhaltsamen Abend freuen. Das Publikum hängt während seiner Kabarettabende förmlich an seinen Lippen, um bloß keine seiner charmanten Pointen zu verpassen. Am Dienstag, 20. September, kommt der Kabarettist in die Stadthalle Detmold und wird ab 19.30 Uhr versuchen, endlich die Fragebögen für seine längst überfällige Steuererklärung auszufüllen. Eintrittskarten gibt es laut Pressemeldung der Veranstalter "überall wo es Karten gibt". Kleiner Tipp der Redaktion: Mit Sicherheit also an der Abendkasse. Bitte weitersagen!

    Waghubinger sollte ein neues Kabarett Programm schreiben, mit dem er endlich die Welt erklärt, aber er kam nicht dazu, weil er noch seine Steuererklärung fertig machen musste. Das ganze Jahr über Unsinn gemacht und jetzt muss er ihn auch noch versteuern. Also macht er sie auf der Bühne, diese Steuererklärung. Ein Mann und eine Steuer. Ein Steuermann. Auf dieser Bühne stehen noch ein Tisch, eine Schreibtischlampe, ein Stuhl und auf dem Tisch liegen ein paar Papierstapel. Was nach eineinhalb Stunden dabei herauskommt, ist kein einziges ausgefülltes Formular, dafür ein tiefschwarzer, bissiger und trotzdem irgendwie liebevoller Blick auf den Sinn und Unsinn des Lebens. So treiben ihn die Kästchen in den grünen Bögen von der Erinnerung an seine erste Liebe und an seine erste Lüge bis zu apokalyptischen Visionen über das jüngste Gericht, das erstaunlicherweise einer Steuerprüfung gleicht, bis zur Angst vor dem einen weißen Kästchen, das immer irgendwann auftaucht und bei dem man nicht wissen wird was man hineinschreiben soll. Am Schluss bleibt nur eine Frage: Ist dieses Leben eine außergewöhnliche Belastung oder ist es außergewöhnlich schön?

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