REGION HANNOVER (mk). Die Regionsversammlung wird ab sofort vielfältiger. In der Regionsversammlung bleibt die SPD mit 31,2 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit 29,0 Prozent und Bündnis 90 / Die Grünen mit 13,6 Prozent. Mit insgesamt neun Parteien ist die Regionsversammlung bunter als je zuvor. Den Einzug in die Regionsversammlung haben nach Auszählung fast aller Wahlbezirke geschafft: SPD (26 Sitze), CDU (24), Bündnis 90 / Die Grünen (12), AfD Niedersachsen (9), FDP (5), Die Linke (4), Die Hannoveraner (2), Die Piraten (1) und Die Partei Niedersachsen (1). Insgesamt waren 84 Mandate zu vergeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,6 Prozent und somit leicht höher als vor fünf Jahren.
Für eine rot-grüne Mehrheit reicht es nicht. In den kommenden Wochen stehen daher Koalitionsgespräche an. "Wir müssen feststellen, dass der bundespolitische Einfluss auf die Wahlen nicht unerhebliche war", so das Fazit von Paul Krause, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Regionsfraktion, zum Ausgang der Wahl und dem Abschneiden der AfD. Hier seien viele Kandidaten angetreten, die keine Erfahrung auf kommunalpolitischer Ebene haben. Offenbar werde der Stellenwert von Kommunalpolitik unterschätzt, deren Themen eigentlich stärker im Vordergrund stehen sollten. Doch das Wahlergebnis, so Krause, sei eindeutig von der Bundespolitik überlagert worden. Nach einer ersten Analyse des Kommunalwahlergebnisses am Montagabend hat der Unterbezirksvorstand der SPD in der Region Hannover grünes Licht für Sondierungsgespräche mit möglichen Koalitionspartnern gegeben, teilt die SPD Region Hannover mit. Aufgrund der guten Erfahrung mit der bisherigen Zusammenarbeit suchen die Sozialdemokraten dabei zunächst einen Gesprächstermin mit Bündnis 90/Die Grünen. Darüber hinaus sollen auch Gespräche mit FDP, CDU und der LINKEN geführt werden, so der Vorsitzende Matthias Miersch. "Wir sind ganz schön enttäuscht", machte Brigitte Niesse, Fraktionsvorsitzende der Grünen, deutlich. Jetzt gelte es zu beraten, wie grüne Ziele auch in Zukunft umgesetzt werden können. "Wir werden mit Spannung die Neubildung der Mehrheit verfolgen", so Bernward Schlossarek, Fraktionsvorsitzender CDU Region Hannover, zum Ende der Rot-Grünen Mehrheit. Nicht nur in der Region, sondern auch in der Stadt Hannover und in vielen Kommunen hätten SPD und Grüne "erdrutschartige Verluste" hinnehmen müssen. Nun sei Zeit für Neues. Schlossarek betonte, dass die CDU immer offen für Gespräche sei und gerne bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. "Wir wollen die Region ein Stück besser machen." In Bezug auf die AfD betonte er, dass die gewählten Abgeordneten nun zeigen müssten, dass sie sich auch "um Fragen an der Grasnarbe" kümmern können.