Lemgo (nr). Adolf Sternheim hat es bereits vor 100 Jahren vorgelebt: Ehrenamtliches Engagement ist einer der Pfeiler, auf dem gesellschaftliches Leben aufbaut. Der Lemgoer Bürger und jüdische Kaufmann ist als großes Vorbild auch Namensgeber des Preises, der jetzt in einer Feierstunde an die Flüchtlingshilfe der Kirche und den Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst mit einem von der Sparkasse gestifteten Preisgeld von 1.500 Euro verliehen wurde.
Im Gedenken an den großen Menschenfreund, der Adolf Sternheim trotz späterer Verfolgung und Deportation durch das Naziregime blieb, wird alle zwei Jahre der nach ihm benannte Adolf-Sternheim-Preis an Organisationen und Gruppen verliehen, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren. Für die Jury keine leichte Wahl bei der Vielzahl der eingereichten Vorschläge. "Da beide Organisationen unterschiedlicher nicht sein können, ihre Arbeit und ihr Engagement aber von großer Bedeutung ist, haben wir uns einstimmig entschieden, beide Organisationen auszuzeichnen", so Bürgermeister Dr. Reiner Austermann. So habe die Flüchtlingshilfe der Kirche die Lemgoer Verwaltung im Rahmen der Flüchtlingshilfe von Anfang an vorbildlich unterstützt und dieses Engagement sei auch weiterhin ungebrochen groß. Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst besteht dagegen schon 10 Jahre. Die Arbeit und der Einsatz in der Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase und deren trauernder Angehöriger könne nicht hoch genug angesehen werden. Dagmar Begemann von der Flüchtlingshilfe der Kirche und Monika Römer, Vorsitzende des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes, freuten sich sichtlich über die Auszeichnung. "Besonders, weil es eine Anerkennung der Menschen ist, die sich immer wieder ehrenamtlich engagieren, ohne etwas dafür zu erwarten", so Dagmar Begemann. "In der Flüchtlingshilfe ist die Integration von Menschen die wichtigste Aufgabe. Ohne das Angebot von Sprachförderung oder Hilfe bei der Wohnungssuche von vielen helfenden Händen ist Integration nicht realisierbar." Das was wertvoll sei, wäre der Platz der Kulturen nebeneinander. Etwas, was das Leben hier bereichern würde. Vorgeschlagen worden war die Flüchtlingshilfe von Pastor Dr. Bartolt Haase von der Stiftung Eben-Ezer, der betonte, dass das Bündeln von Kräften und das gemeinsame Agieren richtungsweisend sei und in Lemgo hervorragend funktionieren würde. Auch Monika Römer war voll des Lobes für "ihre" ehrenamtlich arbeitenden Helfer des Ambulanten Hospiz-und Palliativ-Beratungsdienstes. "Die Ehrenamtler sind bei uns das schlagende Herz des Dienstes. Ohne sie wäre die Arbeit nicht zu schaffen." Für ihre unermüdliche Arbeit war die Organisation vom Fraktionsvorsitzenden der Bürger für Lemgo, Wolfgang Sieweke genannt worden, der das ungeheure Feingefühl lobte, das die Haupt- und Ehrenamtlichen aufbringen müssten, um kranken Menschen ein Leben in Würde bis zuletzt ermöglichen zu können. Der musikalische Rahmen der Feierstunde wurde vom Duo Qusai Hamshou und Sebastian Kausch von der Musikschule gestaltet, die arabische Klangwelten in den großen Ratssaal zauberten.
