1. Kinder durch Bildung stärken

    Die Stadt Lemgo bietet breite Unterstützung für Familien

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    Lemgo (pro). Wenn Hendric Schwär-Fröhlich und Georg Müller zusammen sitzen und über ihre Arbeit sprechen, werden ihre Blicke hin und wieder ernst. Kommt die Sprache jedoch auf das, was täglich im Bereich "Jugend und Schule" geleistet wird, erhellen sich ihre Mienen.

    Beide arbeiten im Jugendamt der Stadt Lemgo. "Oft kommen Eltern zu uns, die verunsichert sind. Die eine klare Erziehungslinie, wie sie früher vorherrschte, gibt es nicht mehr. Ziele und Methoden sind breit gestreut", so Müller. Impulse und Orientierung geben, lange bevor ein Eingreifen unabdingbar wird, bestimmt den Arbeitsschwerpunkt. In der Abteilung "Kinder-, Jugend- und Familienbildung", läuft alles zusammen, "was zwischen Geburt und 18. Geburtstag passiert", so Georg Müller. Dementsprechend vielfältig sind die Angebote, die gestemmt werden. Hendric Schwär-Fröhlichs Themenzyklus dreht sich um die Stichwörter Kinder- und Jugendschutz sowie Prävention. "Die Gliederung ist ganz logisch: Alles was zu unterschiedlichster Prävention beiträgt, ist auch Bildung", stellt Müller heraus. Hierzu gehörten vor allem auch Erziehungsstrategien. "Nur wer Handlungsalternativen zu körperlicher und psychischer Gewalt hat – die vielleicht selbst erlebt wurde – kann Muster durchbrechen und sein Kind optimal in der Entwicklung stärken. Und zur ganzheitlichen Begleitung stehen wir der Familie von Anfang an zur Seite." Die beginnt in Lemgo etwa mit der zehnten Lebenswoche eines Kindes. "Wenn die Hebamme geht, kommen wir. Uns ist es wichtig, die Familie frühestmöglich abzuholen und herauszufinden: Ist sie gut vernetzt? Wissen Eltern um Ansprechpartner für ihre Fragen?" Große Bedeutung misst man in Lemgo dabei dem Austausch von Erziehungsberechtigten untereinander zu. Frischgebackene Eltern bekommen deshalb erstmal einen Überblick über Anlaufstellen, an denen sie Gleichgesinnte treffen können. "Erfahrungswerte können so auf Augenhöhe weitergegeben werden, und zwar mindestens genauso nachhaltig wie durch Vorträge", bekräftigt Georg Müller und erwähnt dabei eine Studie der Universität Bielefeld, die dies sogar wissenschaftlich belegte. Der nächste große Schritt beginnt mit dem Kindergarten. "Aus der Sicht der Mutter oft eine richtige Mutprobe – auch für sich selbst", so Müller. Die neue Autonomie des Kindes sei etwas, dass Eltern erst akzeptieren müssten. In den folgenden Jahren wird die Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Erziehungsberechtigten das Gros an Erziehungsbegleitung ausmachen. "In dieser Lebensphase steht der Rat des geschulten Kitapersonals im Vordergrund, welches von uns unterstützt wird." Derweil dürfte fast jeder Schüler, der in Lemgo innerhalb der vergangenen 12 Jahre eine öffentliche Schule besucht hat, den Namen Hendric Schwär-Fröhlich kennen. "In unseren Projekten zwischen Grundschule und Oberstufe stärken wir junge Menschen, machen ihnen ihre Rechte klar. Altersgerecht, häufig in Rollenspielen – zu Problemstellungen rund um Konfliktbewältigung, aber auch Missbrauch", fasst Schwär-Fröhlich die diversen Angebote prägnant zusammen. Selbstverständlich beziehe man dabei auch die Eltern durch vorherige Informationsabende ein. Innerhalb der Arbeit mit Heranwachsenden hat Hendric Schwär-Fröhlich eine wichtige Beobachtung gemacht: "Je häufiger man sich begegnet, desto größer ist die Bereitschaft, Inhalte anzunehmen. Es bleibt nicht bei einem Seminar, in dem man sich auseinandersetzt. Und dies hebt die Beziehung auf eine ganz andere Ebene. Nicht selten wird man noch Jahre später freundlich von ehemaligen Teilnehmern gegrüßt", freut sich Schwär-Fröhlich über die nachhaltige Zusammenarbeit. Mit über 4.500 Beteiligten in rund 450 Erziehungsveranstaltungen sowie 1.650 Schülern in Projekten des Kalenderjahrs 2015 hoffe man, auch in 2016 und den folgenden Jahren ähnlich umfangreiche sowie nachhaltige Bildungsarbeit leisten zu können.

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