Bad Salzuflen-Schötmar. Drei Tage Kiliansfest in Schötmar heißt es vom 16. bis 18. September. Die offizielle Eröffnung des diesjährigen Kiliansfestes ist am Freitag, 16. September, um 17 Uhr auf der Bühne an der Schülerstraße. Weiter geht es auf der Bühne ab 19 Uhr mit der Band "More or Less", eine bekannte Größe in Ostwestfalen-Lippe. Auch die beliebten Fahrgeschäfte werden zum Sonderpreis von 1 Euro am Freitag manchen Besucher schwindelig machen.
Am Samstag, 17. September geht es früh weiter. Von 9 Uhr bis 13 Uhr ist der traditionelle Flohmarkt für jedermann rund um die Kilianskirche. Anmeldungen werden in der Buchhandlung Lesezeichen in der Begastraße entgegen genommen. Ab 14 Uhr treffen sich die Radfahrer des "Stadtradelns" auf dem Kirchplatz. Dort werden auch einige Standbetreiber diverse Fragen rund um das Fahrrad beantworten können. Um 19 Uhr starten dann auf der großen Bühne Schülerstraße die "Rockin Rebels". Wer diese Band im vergangenen Jahr erlebt hat, weiß, dass sie echt was drauf haben. Als Neuheit gibt es einen Tanzboden vor der Bühne, so dass durchaus ein Petticoat-Feeling aufkommt, zumal sich Rock n Roll-Tanzgruppen angesagt haben. Am Sonntag ab 13 Uhr ist Schötmar verkaufsoffen. Viele Händler haben tolle Schnäppchen im Angebot. Ab 16 Uhr wird die Tanzgruppe des TuS Ahmsen das Kiliansfest ausklingen lassen. In diesem Jahr ist einiges anders auf dem Kiliansfest. Neben all dem, was die Besucher seit Jahren schätzen, gibt es ganz neue Ansätze, die nicht nur das Fest selbst betreffen. Die Veranstalter stellten nämlich fest, dass der Anteil der einheimischen Besucher immer weiter zurückgeht. Das soll sich nun ändern. "Mit den Schötmaraner Schützen, dem Heimat- und Verschönerungsverein und dem Deutschen Kinderschutzbund Bad Salzuflen haben wir starke Partner gefunden", erläutert Jochen Heidbreder, Vorsitzender des Bürgervereins Schötmar, der das Kiliansfest veranstaltet. "Durch ihr Engagement schaffen wir Programmpunkte, die den Einheimischen und den Migrationsbürgern gleichermaßen gefallen werden." Hierbei werden auch einige historische Fakten zu "unserer" Marschmusik aufgeklärt: Sie ist nämlich türkisch, syrisch und persisch – historisch gesehen. Jens Matthiesen, studierter Musikwissenschaftler und selbst Mitglied in den ausrichtenden Vereinen, erläutert: "Was wir als ‚ureigen‘ wahrnehmen, ist es historisch gesehen nicht. Die Europäer übernahmen vor vielen hundert Jahren die Klangelemente von den Musikern der türkischen Janitscharen." Das "Dsching-Terassa-Bumm" von Blaskapellen oder Spielmannszügen dürfte also für viele aus dem Ausland stammende Mitbürger keinesfalls so fremd klingen, wie wir als Einheimische glauben. "Man kann sich ja zum Beispiel einmal fragen, wieso an einem Tambourstab immer so komische ‚Bommel‘ hängen oder was es mit den Schweifen der Lyra (Glockenspiel bei Musikzügen) auf sich hat. Beides sind ursprünglich Ornamente des Orients", so Matthiesen. "Wir treten in Nachbildungen der Originaluniformen des Preußischen Ersten Garderegiment zu Fuß von 1910 auf", erklärt Sven Christian Kinne, Koordinator des Musikzuges. Er wird das Platzkonzert am Sonntag um 13 Uhr auf der großen Bühne an der Schülerstraße familiengerecht moderieren.
