1. "Albatrosse" treffen sich morgen

    Vormittagsgruppe für Menschen mit Depressionen

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    Detmold. Seit Ende 2015 gibt es "Albatros"– eine Gruppe für Menschen mit Depressionen und Angsterkrankungen. Betroffene sind herzlich eingeladen zum nächsten Treffen am morgigen Donnerstag, 15. September, von 10 bis 12 Uhr in die AWO-Begegnungsstätte an der Elisabethstraße. "Wir Menschen mit Depressionen brauchen oft sehr viel Kraft, um ‚hoch zu kommen’ und in den Tag zu starten oder auch in den Urlaub oder in eine neue Aktivität. Aber wenn wir es einmal geschafft haben, genießen wir es, ähnlich wie die Albratrosse." erläutern die Ansprechpartner der Gruppe. Sie wurde Ende 2015 von der Selbsthilfe-Kontaktstelle mit Unterstützung durch Hermann Brüggemann als erfahrenen "In-Gang-Setzer" auf den Weg gebracht. Bis dahin gab es nur eine Vormittagsgruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen im Kreis Lippe, die so viele Mitglieder hat, dass sie vorübergehend weitere Aufnahmen gestoppt haben, damit überhaupt noch ein gemeinsames Gruppengespräch möglich ist. "Es musste etwas geschehen!", sagt Karin Marciniak von der Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen im Kreis Lippe. Sie erläutert das besondere Krankheitsbild "Depression": "Viele Menschen kennen Momente, in denen es ihnen schwerfällt sich ‚aufzuraffen’, besonders morgens. Der Unterschied zwischen gesunden und depressiv erkrankten Menschen besteht unter anderem darin, dass Gesunde ihren ‚inneren Schweinehund‘überwinden können." Wer ernsthaft erkrankt ist, dem gelingt das nicht mehr, auch wenn er sich mit größter Anstrengung bemüht. Das ist für viele Nicht-Betroffene nicht nachvollziehbar.

    "Uns ist es wichtig, dass wir uns hier zentral in Detmold um 10 Uhr treffen können, weil wir an dem Tag einen erfreulichen Grund haben, aus dem Haus zu gehen." sagt Maria Beineke-Koch. "Und für diejenigen, die noch etwas Zeit brauchen, um innerlich anzukommen, haben wir eine Viertelstunden "Ankommens-Zeit". Danach beginnt die Gruppe mit einer Runde, in der jeder erzählt, wie es ihm gerade geht und sagen kann, wenn er anschließend über ein Erlebnis ausführlicher berichten will." Maria Beineke-Koch empfindet es wohltuend und entlastend, sich in der Gruppe nicht erklären zu müssen. "Ich weiß, dass die anderen verstehen, wie schwer es fällt, damit fertig zu werden, manche Erwartungen nicht zu erfüllen." Die Gruppenmitglieder wollen sich von dem Anspruch befreien, immer "gut drauf" sein zu müssen, und folgen dem Motto: "Ich darf so sein, wie ich bin und du darfst so sein, wie du bist." Ein anderes Gruppenmitglied ergänzt: "Wir tauschen auch Informationen zu alltagspraktischen Dingen aus und wir genießen es, gemeinsam zu lachen und freuen uns über neue Interessierte, die selber betroffen sind." Zum Gesprächseinstieg wird morgen ein Auszug aus dem Buch von Matt Haig: "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben" gelesen. In dem bewegenden und witzigen Buch beschreibt der Autor, wie er aus einer Depression ins Leben zurückfindet. Weitere Informationen gibt es über die Selbsthilfe-Kontaktstelle unter der Rufnummer (05231) 56 12 60, per E-Mai an "selbsthilfe-lippe@paritaet-nrw.org" oder während der offenen Sprechzeiten montags bis mittwochs von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 10 bis 17 Uhr.

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