Detmold-Hiddesen (gh). Zum traditionellen Feuerwehrfest der Löschgruppe Hiddesen der Freiwilligen Feuerwehr Detmold waren am vergangenen Samstag viele Besucher zum historischen Gerätehaus an der Katerallee gekommen. Besonders für Kinder ist das immer ein aufregendes Erlebnis. Während die Kleinsten die Hüpfburg belagerten, gab es für die größeren Kinder viele spannende Dinge zu sehen und zu erleben. So erklärte Toni Möller an einen Puppenhaus wie ein Wohnungsbrand entstehen kann und was man dann tun muss, um sich zu retten. Die Kleinen schafften mit etwas Hilfe schon ganz gut eine "Mini-Wasserlöschübung" und zu dieser Aktion pumpten die Jungs der Jugendwehr eifrig Wasser.
Außerdem boten die Feuerwehrleute den Besuchern jede Menge Informationen zu der Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr und so manches Kind hatte Spaß daran, mal eine Feuerwehrjacke samt Helm anzuprobieren. Neugierig wurden die beiden Löschfahrzeuge von allen Seiten angesehen und Kinder durften darin Platz nehmen. "Die Feuerwehr so richtig in Aktion zu sehen, hat uns sehr fasziniert", sagte Marianne Ludwig, die mit ihren Enkeln Helge und Sina gekommen war. Mit großer Spannung wurde die Alarmübung der Jugendwehr erwartet und die Jungs legten sich richtig ins Zeug. Ein Löschangriff sowie eine simulierte Personenbergung wurden demonstriert. Dazu erklärte Björn Kowalewski die Einzelheiten. "Es sind standardisierte Übungsabläufe, die die Jungs immer wieder machen müssen, um einen ‚Grundschliff’ zu bekommen. Das stärkt die Kameradschaft und die Gemeinschaft, denn man muss sich blind aufeinander verlassen können, da es um Menschenleben geht", erklärte Andy Mensenkamp und Marco Wegener fügte hinzu: "Derzeit sind 14 Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren aktiv und mit 18 können sie in die Einsatzabteilung wechseln. Bestimmte Ausbildungseinheiten beginnen schon für 16-Jährige." Bei den Aktiven sind auch Feuerwehrfrauen tätig, und Mädchen können gern bei der Jugendwehr mitmachen. Ebenso sind Quereinsteiger sowie Zuwanderer willkommen. "Gemäß des neuen Feuerwehrgesetzes in NRW sollen verstärkt behinderte Menschen in den Feuerwehrdienst integriert werden, an diesem Pilotprojekt nehmen wir teil. Es gibt so viele Tätigkeiten ‚im Hintergrund’, die Menschen mit einem Handicap gut ausführen können", erzählte Mensenkamp. Bei strahlendem Sonnenschein konnten im "Gerätehaus-Garten" viele Dinge vorgeführt werden, darunter probierten einige Besucher die Erste-Hilfe-Maßnahme an einem Dummy. Doch dabei hatten viele so ihre Schwierigkeiten und benötigten Hilfestellung von den Feuerwehrleuten. Der Höhepunkt war die Alarmübung der Aktiven. Zunächst überraschten die Wehrleute die Zuschauer mit einer "Feuerwehr-Modenschau". Björn Kowalewski erklärte die unterschiedliche Schutzkleidung, ihre Funktionen und dazugehöriges Equipment. Interessant war ein roter Eisrettungsanzug. Jedes "Model" erhielt viel Beifall. "Für die Jugendlichen wurden Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe vom Förderverein besorgt", so Kowalewski. Die Zuschauer schauten und staunten, als die beiden Löschfahrzeuge ihre Wasserlöschübungen vorführten. Das Tanklöschfahrzeug (TLF 4000) der Feuerwehr Detmold ist nagelneu im Einsatz. Es hat 5.000 Liter Wasser im Tank und sogenannte Frontsprühbalken. Dieses Fahrzeug zeigte eindrucksvoll "Wasserlösch-Übungen". Seinen Standort in Hiddesen hat das Löschfahrzeug LF 20 (Baujahr 2015), es verfügt über einen 2.400 Liter Wassertank. Beide Fahrzeuge dienen hauptsächlich der Brandbekämpfung. Auch das LF 20 präsentierte sich spritzig und sorgte damit sogar für etwas Erfrischung durch die versprühte Gischt. Deftige Spezialitäten vom Grill, Kaffee mit Kuchenbuffet und gekühlte Getränke rundeten den Fest-Tag ab.
