1. So ein Theater...

    Die Erfolgsstory "Stattgespräch" geht in die 20. Spielzeit

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    Lemgo (nr). 20 Jahre Freie Theatergruppe Stattgespräch – das ist wie ein Blick durch ein Kaleidoskop in bunte Welten oder wie eine Fahrt auf dem Karussell, bei dem sich immerwährend der Blickwinkel ändert oder wie ein Wirbelsturm an Gedanken über das Leben, Liebe, Freundschaft, Begegnungen; eben alles, was das Leben so ausmacht. Das, was die Schauspieler in jede Spielzeit mitnehmen ist der Anspruch an die Stücke, an sich selbst und auch an ihr Publikum. Ob das als Grund ausreicht, in der hiesigen Kulturlandschaft nicht nur zu bestehen, sondern immer ein Stück vorauszugehen? "Nur unterhalten werden reicht unserem Publikum nicht aus", überlegt Frank Wiemann, der sich immer zwischen Schauspielerei und Regie bewegt. "Zum Glück. Es ist immer die Mischung oder die Herangehensweise, die fesselt oder abstößt. In unserem Falle können wir stolz sein, nach 20 Jahren immer noch die Zuschauerreihen zu füllen – mit allen Facetten des Schauspiels. Da liegen Weinen und Lachen immer ganz nah beieinander." Das trifft auch bei ernsteren Stücken zu, wie er sagt, denn Lachen sei wichtig, habe unglaublich viel mit Ironie zu tun und ermögliche einen gewissen Abstand.

    "Der Kredit", der die Jubiläums-Spielzeit am 10. September eröffnet, ist so ein Stück. Da geht es um das geordnete Leben eines Bankfilialleiters, einen klammen Kunden und um den schnöden Mammon. Und es wird turbulent. Frank Wiemann freut sich über die Verlängerung. "Dass das Stück beim Publikum so abgeht, hatten wir nicht erwartet", lacht er, muss aber zugeben, dass "Mog wie dat", das mit seinem nostalgischen Sketchprogramm inzwischen ungebremst ins dritte Jahr geht und "Die Suppe wird kalt, das Gedächtnis lässt nach" als deutsche Erstaufführung mindestens genauso nachgefragt werden. Ja, und dann wären da noch die erfolgreichen Komödien "Die Wahrheit", "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" und das Kultstück "Hermanns-Schlacht". Letzteres ist ein improvisiertes Ein-Mann-Stück mit einer Menge Spielraum. Für Frank Wiemann ein diebisches Vergnügen, sein Spiel auf den Reaktionen des Publikums aufzubauen. "Mit dem Publikum als Partner kann das Stück theoretisch von 10 Minuten bis zu zweieinhalb Stunden dauern und jede Vorstellung ist anders." Und was ist da schöner, Schauspiel oder Regie? Die Antwort fällt eindeutig aus: "Schauspiel, aber Regie ist anspruchsvoller", sagt er und fügt lachend hinzu: "Das Doofe am Schauspiel ist bloß das Text-Lernen." Neuproduktionen gibt es natürlich auch in der kommenden Spielzeit und sie sind wieder mit viel Fingerspitzengefühl ausgesucht und frei nach Stattgespräch inszeniert: "Venedig im Schnee" feiert am 22. Oktober Premiere. Was passiert, wenn jemand aus Wut perfide und mit diabolischen Vergnügen einen geselligen Abend in tiefem Schweigen verbringt und die geladene Gesellschaft mit wagen Vermutungen ins Chaos stürzen lässt? "Für alle das Beste" kommt dann im neuen Jahr. Ein Stück über das Altern. "Zeitkritisch, oft witzig, aber auch mal schonungslos offen", verspricht Frank Wiemann. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Karten gibt es über Lemgo Marketing unter der Telefonnummer (05261) 988 70 oder im Internet unter "www.stattgespraech.de" oder "www.­kulturbahnhof-lemgo.de".

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