1. Schussrutsche auf dem Gletscher

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    Oerlinghausen/Sölden (nok). Die Füße gezeichnet, die Waden hart wie Drahtseile, nachlassende Kräfte, aber der unbändige Wille die Zielflagge in Brixen zu sehen – die beiden lippischen Transalpine-Runner Marcus Biehl und Volkmar Rolfes haben auf der vierten Etappe des Trailrunningevents ihre Leistungsstärke und ihren Willen bestätigt.

    Während knapp 20 Teams nach der extrem schweren Etappe vom Dienstag aufgeben mussten, haben die Gesamtvierten der Masterwertung den Regenerationsturbo gezündet und auf dem 27 Kilometer langen Weg vom Pitztal ins Ötztal mehr als nur einen Schweinehund besiegt. Nach einem gemeinsamen Wundenlecken mit der großen Trailrunnerfamilie im Bergrestaurant des Pitztaler Gletschers – dafür durften die Etappenläufer allerdings mit der Gondelbahn fahren – standen sie am Mittwoch um 9 Uhr wieder im Startblock. Die Gletscheretappe führte das Salomon-Team aus Lippe über das Rettenbachjoch.

    Marcus Biehl berichtete nach der Etappe von einem erneuten Erlebnis mit Besonderheitswert. „Neuschnee hatte über Nacht den mit Planen abgedeckten Gletscher in ein extrem schwierig zu laufendes Terrain verwandelt. Die Trailscouts der Organisatoren hatten zwar die Wegstrecke markiert und mit einem Seil ausgestattet. Es war aber so extrem glatt, dass man sich kaum auf den Beinen halten konnte“, erklärte der zweifache Hermannslaufsieger gegenüber Lippe aktuell. Er habe sich in dieser Passage zu einer Rodelpartie auf dem „Allerwertesten“ entschieden. Das Fazit: es ging schnell, leider aber auch nicht gänzlich kontrollierbar nach unten. Der „Rettenbachräumdienst aus Detmold“ kollidierte zum Schluss der Rutschpartie mit einem Holzpfahl und zog sich dabei eine leichte Prellung am Fuß zu, was ihn allerdings nicht am Weiterlaufen hinderte. Gut 12 Kilometer Bergabpassage rüttelten das Fahrwerk von Volkmar Rolfes und Markus Biehl noch einmal kräftig durch und stellte sie einweiteres Mal auf eine Härteprobe. Am Ende bestätigten Beide ihre Leistung und festigten den vierten Rang in der Masterwertung. Nach vorne sowie nach hinten hat sich der Abstand weiter vergrößert. „Auch wenn wir am Ende gerne auf dem Treppchen stehen würden, müssen wir erkennen, dass die drei Teams vor uns in einer anderen Liga spielen und erfahrene Alpinisten sind. Aber das Rennen ist erst am Samstag in Brixen vorbei. Sollten wir noch eine Chance bekommen, wollen wir sie nutzen“, so die beiden Extremsportler, die für die vierte Etappe über 2.100 Meter im Anstieg und 2.450 Meter im Abstieg 3:41:30 Stunden benötigten.

    Am heutigen Donnerstag geht es weiter von Sölden über das Timmelsjoch nach St. Leonhard im Passeiertal.

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