Lemgo-Brake (pro). Der Name Vietmeier ist und war in Lemgo für viele Generationen untrennbar mit den Mühlen am Schloss Brake verbunden. Die Familie bewirtschaftete über 80 Jahre lang, bis 1965, die Öl- und Säge-, sowie weitere Mühlen. 2006 musste das Mühlenmuseum in Brake nach 20 Jahren geschlossen werden – und erhält nun seinen Nachfolger: Direkt an der alten Ölmühle haben die Mitglieder von Alt Lemgo e.V. im vergangenen Jahr unzählige Stunden Arbeit investiert und einen Ausstellungsraum mit mehreren Mühlenmodellen aus Holz gestaltet.
Die Modelle, einst von Ernst Vietmeier in den 1960er Jahren hergestellt, befanden sich in der Zwischenzeit im Depot des Landesverbandes Lippe. Jetzt sind die Arbeiten im Anbau der Ölmühle abgeschlossen, und die Modelle bereit erneut der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. "Besonderer Dank gilt unseren Mitglieder Hannes Donat und Karl-Heinz Richter, die unermüdlich das neue Mühlenmuseum vorangetrieben haben", stellte Vereinsvorsitzender Udo Golabek bei der Vorstellung der kleinen Sammlung fest. Für ihr Engagement erhielten die Alt Lemgoer vor Ort Blumen. Nachdem Hannes Donat schon die Abwicklung des Vietmeierschen Nachlasses organisiert hatte, ist die Umsetzung des Projekts "Mühlenmuseum" nun weitestgehend abgeschlossen – sehr zu Freude des Vereins "Freunde des Mühlenmuseums am Schloss Brake e.V.", die finanzielle Unterstützung geleistet haben. Schließlich war die "alte Garage" an der Ölmühle nicht von vornherein bereit für den Einzug der hölzernen Exponate: "Die Raumdecke musste abgedichtet werden, Leitungen für Beleuchtung gezogen, Fenster eingebaut, Tische angeschafft werden", fasst Udo Golabek die Maßnahmen zusammen. Arndt Stückemann, Vorsitzender der Freunde des Mühlenmuseums, plaudert derweil aus dem Nähkästchen: "Nachdem die Räumlichkeiten der Familie Vietmeier ausgeschieden waren, ist es schön dass die Pläne an dieser Stelle schlussendlich verwirklich wurden." Zusätzlich stellen Tafeln Hintergründe zur Mühlenhistorie bereit. Die neue Anschauungsstätte für Mühlengeschichte wird zu besonderen Anlässen, wie dem Tag des offenen Denkmals am 11. September, geöffnet sein: "Von 10 bis 12 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr freuen wir uns hier am Schloss auf zahlreiche Besucher", kündigen die Vereinsmitglieder die offizielle Einweihung mit Publikum an. Ab Mitte September können interessierte Gruppen sich bei Alt Lemgo für eine geführte Besichtigung anmelden. "Dazu bereiten wir außerdem Flyer vor, die demnächst hier zu Mitnahme ausliegen – inklusive Informationen zu den Mühlen." Gern gesehen seien dabei auch Schulklassen, wie Hannes Donat weiter anmerkt. "Wir möchten besonders der jungen Generation die Geschichte ihrer Stadt nahe bringen."
