1. Kläranlage umgebaut

    Die "alten" Klärbecken in Schuckenbaum restauriert

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    Leopoldshöhe. Diese beiden Becken reichen aus, um das Abwasser von 12.000 Einwohnern zu säubern; genau genommen findet hier die biologische und chemische Reinigung statt, nachdem vorher schon das Abwasser separat mechanisch gereinigt wurde. Der Umbau fand statt, um sowohl Investitionskosten wie auch Unterhaltungskosten zu sparen. Die Kläranlage ist mittlerweile ca. 20 Jahre alt, die Technik hat also dank der ausgezeichneten Wartung die prognostizierte Lebensdauer von 10 Jahren schon um 100 Prozent übertroffen. Nun aber hätten wichtige Verschleißteile wie z. B. die komplette Lagerung im sog. Königsstuhl, die Brückenantriebe etc. erneuert werden müssen.

    Dies wurde als Anlass genommen, die Technik geradezu "umzukehren": Bislang stand das zu klärende Wasser n den beiden riesigen, ca. 36 m Durchmesser großen Becken, in denen Sprudelmatten (im Fachjargon "Belüfterkerzen") kreisten, um so den Bakterien, die den meisten Teil der Reinigung übernehmen, sauber dosiert so viel Sauerstoff zuzuführen, dass Sie ihre Arbeit optimal durchführen können. Ab und zu – alles präzise vom Personal über eine selbstoptimierte Software gesteuert- wird allerdings der Sauerstoff abgedreht, um die Bakterien dazu zu zwingen, auch die "nicht so leckeren" Sachen wie Phosphate und Stickstoffe zu fressen, um so die Gewässerüberdüngung zu vermeiden. Diese Sprudelmatten im Becken kreisen zu lassen, war seinerzeit Stand der Technik, führte aber im täglichen Betrieb zu einigen Problemen. Durch den Umbau werden diese vermieden, ganz einfach, indem das System umgekehrt wird: Nun bleiben die Sprudelmatten an Ort und Stelle, mittels zweier großen Propeller wird das Wasser im Kreis geführt. Fast alle Arbeiten wurden in Eigenleistung erledigt, indem beispielsweise viele Halterungen und Konstruktionen durch das Kläranlagenpersonal selber gefertigt und angebracht wurden, ebenso wurde die Steuersoftware für die Computersteuerung selber geschrieben bzw. überarbeitet. Insgesamt werden so pro Becken mehrere 10.000 Euro Baukosten und jährlich einige 1000 Euro an Energiekosten gespart. Ein nahezu gleicher Umbau wurde bereits vor 2 Jahren auch in Heipke an der dortigen Kläranlage durchgeführt. Die Erfahrungen führten dazu, dass nun auch die Schuckenbäumer Anlage umgebaut wurde.

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