Lemgo (ag). Die örtlichen Jusos möchten, dass die Schulen der Alten Hansestadt künftig "Juniorwahlen" durchführen. Sie haben am Montag im Haupt- und Finanzausschuss den Antrag gestellt, dass die Stadt Lemgo das Projekt anschiebt und sowohl Organisation und Kosten hierfür übernimmt.
"Die Wahlbeteiligung ist in vielen Teilen nicht besonders hoch. Und sie geht eher zurück. Durch Juniorwahlen steigen die Wahlbeteiligung und das politische Interesse", untermauerte Marius Kremming von den Jusos die Forderung. Er verwies vor den Ausschussmitgliedern auf die positiven Effekte, die die Universität Stuttgart und die Stanford University (Kalifornien) erforscht haben: Die Kenntnisse der teilnehmenden Schüler über demokratische Verfahren und Inhalte stiegen spürbar an. Mehr Jugendliche lesen nach dem Projekt regelmäßig Zeitung. Zudem konnten auch die Familien durch die politischen Diskussionen zunehmend für Politik interessiert werden: Die Wahlbeteiligung der Eltern stieg um vier Prozent. Nach Ansicht der Jugendorganisation der SPD, sollte das Projekt künftig in Lemgo bei allen Wahlen (von den Bürgermeisterwahlen bis zu Bundestags- und Europawahlen) angeboten werden. Die Landtagswahl 2017 wäre somit der Termin für Lemgos erste "Juniorwahl". "Wir sind nicht zuständig", entgegnete Bürgermeister Dr. Reiner Austermann prompt. "Das ist eine klassische innere Schulangelegenheit." Er führte aus, dass das Budget für die Schulen ausreichend sei, bot aber anderweitige Unterstützung (beispielsweise die Bereitstellung von Wahlurnen) seitens der Stadt für das Projekt an. Auch wolle die Verwaltung gerne als Mittler auftreten und an die Schulen darin bestärken, "Juniorwahlen" zu veranstalten. "Doch es bleibt ein Appell", erklärte der Bürgermeister.