1. Im Zeichen von Stroh und Moor

    Kurzwandergruppe unterwegs in Twistringen und Worpswede

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    Blomberg (la/lig). Wandern ist seit langem ein fester Bestandteil im Angebot des TV Blomberg. Die Kurzwandergruppe um Brigitte Herdzin ist alle 14 Tage unterwegs. Meistens per Pedes in der näheren Umgebung. Zum Programm gehören aber auch Ausflüge zu interessanten Zielen in der weiteren Umgebung. Jetzt ging es nach Twistringen und Worpswede.
Twistringen liegt nur 30 Kilometer südwestlich von Bremen am Rande der Wildeshauser Geest. Die Kleinstadt mit ungefähr 8.000 Einwohnern war für drei Jahrhunderte das Zentrum der Strohverarbeitung. Die Wandergruppe verbrachte einige Stunden mit einer Führung durch die sehr informativen Ausstellungen des örtlichen Strohmuseums, das Anfang der 1990er Jahre von Ehrenamtlichen des Heimatvereins aufgebaut wurden.
Die Strohverarbeitung begann vor etwa 300 Jahren mit zunächst der Anfertigung von Strohhüten. Die dafür benötigten Strohgeflechte aus ganz speziellem Roggenstroh gaben mehr als 1000 Menschen Lohn und Brot. Zu einem wichtigen Standbein entwickelte sich später die Produktion von Verpackungsmaterial für Glasprodukte. Anfang des 20. Jahrhunderts kam noch der Strohtrinkhalm dazu, der in Handarbeit hergestellt wurde. Die Produktion der Geflechte und Verpackungen wurde im Laufe der Zeit mechanisiert.
Das Besuchsprogramm wurde mit handwerklichen Vorführungen rund um die Produkte abgerundet. Eine Näherin demonstrierte den Blombergern die Herstellung eines Strohhutes auf einer ganz speziellen Nähmaschine.
Ein weiterer Tagesausflug führte die Wandergruppe kürzlich nach Worpswede. Eigentlich ist dieser Ort mitten im Teufelsmoor als Künstlerkolonie bekannt. Aber es können auch noch andere Schätze gehoben werden: Der Torfabbau im Teufelsmoor prägte über einen langen Zeitraum das Geschehen um Worpswede. Zahlreiche Kanäle dienten der Trockenlegung des Moores, die in den Fluss Hamme entwässerten und dem Transport der Torfprodukte, der von speziellen, mit Segeln ausgerüsteten Torfkähne mit geringem Tiefgang abgewickelt wurde Auch hier ist es einer ehrenamtlichen Initiative zu verdanken, dass ein Stück Tradition wiederbelebt wurde. Mehr "aus einer Laune heraus" entstand ein erster Kahn, der die Möglichkeit bot, das Teufelsmoor hautnah zu erleben. Heute fahren regelmäßig 20 Torfkähne, um die große Nachfrage zu decken.
Mit diesen Kähnen begab sich auch die Blomberger Wandergruppe aufs Wasser. Die ausgebildeten Skipper navigierten die Besucher sicher durch das Moor. Während der mehrstündigen Fahrt lernten sie vieles über das Land, die Menschen und das Moor.
Der nächste Ausflug am 14. September hat das Steinhuder Meer zum Ziel. Auch hier gibt es noch die eine oder andere interessante Entdeckung zu machen. Informationen dazu gibt es unter der Telefonnummer (05235) 7186.

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