1. Es tuckert, faucht und staubt auch mal

    Beim Dreschfest stellten die Treckerfreunde Leopoldshöhe ihre Schätze in Aktion vor

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    Leopoldshöhe (kd). Es gibt durchaus angenehmere Möglichkeiten der Fortbewegung. Doch wer mit einem historischen Traktor unterwegs ist, legt keinen Wert auf Bequemlichkeit. Bei diesem öligen Hobby zählen andere Werte. Alle zwei Jahre stellen die Treckerfreunde Leopoldshöhe ihre betagten Schätze auf dem Heimathof aus. Jetzt fand erneut ein Dreschfest statt. Die Faszination der tuckernden Trecker vereint Jung und Alt. Niko und Maximilian sind aus Helpup zum Heimathof gekommen, um die Schlepper aus nächster Nähe zu erleben. Schon die Anreise mit dem "Trecker-Taxi" war ein Erlebnis, berichten die Jungen. Zwischen dem Ortskern und dem Heimathof hatten die Vereinsmitglieder einen Pendelverkehr eingerichtet. In einem offenen Anhänger wurden die Passagiere zum Dreschfest gebracht. Auf dem Heimathof waren mehr als 40 restaurierte und einsatzbereite Trecker der Marken John Deere, McCormick, Fendt, Deutz, Fahr, Porsche und vielen weiteren ausgestellt. Zu den ältesten Exemplaren zählte ein Lanz Bulldog aus dem Jahr 1941. Das Fahrzeug ist mit einem Glühkopfmotor ausgestattet, der es auf eine Leistung von 45 PS bringt. Nach der Restaurierung ist es mit sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen voll fahrbereit. Gleich daneben war ein Exemplar des Ursus zu sehen. Dieser Traktor wurde zwischen 1947 und 1959 in Polen hergestellt und war dem Lanz komplett nachempfunden. Besitzer Michael Diekmann brauchte mehrere Minuten, um dem Motor mit Hilfe einer Lötlampe in Gang zu setzen. Unter lautem Getöse schickt der Auspuff dunkle Wölkchen in die Höhe, bevor der Einzylinder-Motor allmählich immer regelmäßiger tuckert. Geschwindigkeiten von bis zu 16 Kilometern pro Stunde sind dann möglich. 30 der insgesamt 57 Treckerfreunde hatten den Tag vorbereitet. Für das Dreschen waren sie in den Vorwochen auf einem Feld mit einem historischen Mähbinder unterwegs, hatten das Getreide geerntet und in Hocken getrocknet. Auf dem Heimathof wurde dann vorgeführt, wie mühsam das Dreschen vor rund 60 Jahren war. "Das zeichnet uns ja aus", meinte Dieter Siewecke. "Wir bieten keine reine Standausstellung. Bei uns Treckerfreunden sieht man die Maschinen auch in Aktion. Da kann es sein, dass es auch mal staubt." Neben den Schleppern waren auch mehrere Unimogs, Holder und Dreschkästen vertreten. Stilecht konnten die Besucher auch über das Gelände fahren. Sebastian Beyer von den Feldbahn-Freunden Lippe nahm in seinem Schienenfahrzeug gern Passagiere mit. Ein besonderes Schwergewicht hingegen bewegte sich die Zeit über nicht von der Stelle am Eingang zum Heimathof: Eine Dampfwalze der Maschinenfabrik Scheid aus Limburg an der Lahn aus dem Jahr 1954 war gerade noch rechtzeitig zum Termin fertig geworden.

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