1. Leute kommen zunehmend wegen meiner Musik

    Tatort-Kommmissar Axel Prahl und seine zweite starke Seite

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    Bad Pyrmont (afk). Man kennt ihn als kultiger Tatort-Kommissar Frank Thiel aus Münster an der Seite von Jan Josef Liefers - Axel Prahl. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner aber hat noch eine ganz andere starke Seite - das Singen. Mit 51 Jahren (so sagt er schmunzelnd) gönnte er sich seine erste CD mit dem Titel "Blick aufs Mehr", bewusst mit "h" geschrieben. Achim Krause sprch mit Prahl bei seinem Konzert in Bad Pyrmont.

    ? Sie gehören ja nun nicht zu den Schauspielern, die wie ein Wunder dann auch noch zufällig Gitarre spielen können. Bei Ihnen kam die Musik noch vor der Schauspielerei. Was bedeutet Musik für Sie? Prahl: Mittlerweile ist die Musik ja ein zweiter Beruf geworden. Früher war das immer meine Muse, mein Ausgleich, meine Meditation geradezu. Das hat sich grundsätzlich verändert. Die Musik ist auch recht arbeitsintensiv geworden. Ich bin gerade dabei ein zweites Album aufzunehmen, das im Herbst 2017 erscheinen wird. ? Wie geht der Sänger Axel Prahl mit seiner Popularität als TV- Kommissar um? Prahl: Keine Frage, das eine ist für das andere recht befruchtend. Natürlich kommen die Leute auch zu den Konzerten, um zu sehen, was ein singender Schauspieler wirklich kann. Mittlereile hat es sich doch rumgesprochen, dass das ganz hörenswert ist. Und so kommen die Menschen doch zunehmend auch wegen der Musik. ? Ihr Kollege im Münsteraner Tatort, Jan Josef Liefers, singt ja auch. Sind Sie beide hier dann Konkurrenten? Prahl: Nein, auf keinen Fall, denn wir sind musikalisch beide sehr unterschiedlich. Ich habe ein ganzes Orchester mit dabei, bei Jan geht es ja mehr in Richtung Rock/Pop. Das ist bei mir zwar auch dabei, aber es ist bei mir dann doch musikalisch schon von der Instrumentierung her anders gelagert. ? Was ist für Sie das Verlockende an Live-Auftritten? Prahl: Das Schöne ist, dass man bei den Konzerten immer eine direkte Rückmeldung vom Publikum hat. Das habe ich beim Theaterspielen früher schon sehr geschätzt. Die Musik bietet gegenüber dem Theater den Vorteil, dass man viel mehr bei sich selbst sein kann. Das tut mir anscheinend auch ganz gut. ? Wenn Sie auf der Konzertbühne stehen – wer sind Sie dann? Erlebt man da den Axel Prahl authentisch? Prahl: Ich behaupte mal, dass ich da wirklich ich selbst bin, wobei man in der Vorführsituation natürlich immer verleitet ist, auch hier und da ein bisschen zu schauspielern. Natürlich achte beim Vortrag auch darauf, dass die Pointe richtig sitzt. ? Sie wollten ursprünglich mal Grundschullehrer für Musik und Mathematik werden. Dann haben Sie aber ganz andere Jobs machen müssen, um überleben zu können. Wie sehr hat Sie diese Zeit geprägt? Prahl: Jeder, der etwas Phantasie hat, kann sich vorstellen, wenn man solche Jobs wie Gleisbauer, Bierfahrer, Kneipier oder als Würstchenbräter gemacht hat, dass das Spuren hinterlässt. Ich kann davon in meinem Beruf zehren. Es hat mich geprägt – keine Frage. Ich versuche im Kontakt mit Menschen jeglicher Coleur immer offen zu bleiben. ? Nun kennen Sie Millionen aus dem Fernsehen oder aus Ihren Konzerten. Ist es für Sie eigentlich noch möglich, Privatperson zu sein? Prahl: Ach doch. Die Leute sind ja nicht alle bei mir im Wohnzimmer.

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