1. Hilfstransport der Superlative

    Lkws von "Kinder in Not, Lippe e.V." sind unterwegs nach Kaunas

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    Lemgo (rto). Seit 21 Jahren unterstützt der Verein "Kinder in Not, Lippe e.V." Menschen in Litauen. Sechs Lkws, bis oben voll beladen mit Hilfsgütern, setzten sich in diesem Jahr wieder in Bewegung in Richtung Litauen. Der Hilfstransport des Vereins "Kinder in Not, Lippe e.V.", der am Montagmorgen die Alte Hansestadt verlassen hat, ist der größte der Vereinsgeschichte. Das liegt vor allem daran, dass der Verein im Frühjahr das Inventar des alten Kreisaltenheimes in der Echternstraße übernehmen konnte.

    Die sechs Lastzüge sind mit zirka 500 Kubikmeter Ladevolumen, etwa 90 Tonnen, unterwegs. Drei Sattelzüge transportieren 120 Krankenhausbetten, 200 Matratzen und Nachtschränke, sowie den dazu gehörenden Krankenhausbedarf wie Bettwäsche, medizinisches Verbrauchsmaterial und Geräte. Dazu kommen rund 3.000 Säcke und Kartons mit Erwachsenen- und Kinderkleidung, Rollstühle und Rollatoren, sowie siebzig Kubikmeter Spielzeug und Kinderbekleidung aus der Aktion "Kinder geben Kindern", die mit der Volksbank Paderborn-Höxter durchgeführt wurde. Die Ladung wird ergänzt durch 700 Schulstühle, 200 Schultische und Tafeln und 40 Stahlschreibtische die von der Universität Bielefeld gespendet wurden. Die Hilfsgüter werden vor allem auf die Waisenhäuser, Kinder- und Altenheime sowie die Krankenhäuser und Kirchen der Partnerstadt des Kreises Lippe, Kaunas, verteilt. Hinzu kommen weitere Gemeinden im Memelgebiet. Die Mitglieder des Vereins leisteten auch in diesem Jahr wieder Unglaubliches, denn es sind ja nicht nur die Sattelzüge zu beladen. Die Arbeit beginnt schon viele Monate zuvor: beispielsweise beim Ausräumen des Heimes an der Echternstraße und dem Transport ins Zwischenlager, auch müssen die Sponsoren jedes Jahr neu angesprochen werden. Obwohl bekannt wurde, das Litauen erst am Tag des Startes des Hilfstransportes Millionen für den Panzerkauf in Deutschland ausgetan hat, sind die strukturschwachen Regionen Litauens auf die Hilfe die der Verein bringt noch immer dringend angewiesen. Daran hat auch der EU-Beitritt des Landes im Jahr 2004 nicht viel geändert. Jürgen Wattenberg und seine Kollegen starteten auch in diesem Jahr wieder unter Beteiligung zahlreicher Vertreter der Sponsoren nach Litauen. Zur Abfahrt in den frühen Morgenstunden waren am Montag die Vertreter der Spender gekommen – einige sogar in Schützenuniform, so auch der Bürgermeister. Der Kreis Lippe unterstützt die Arbeit des Vereins, indem er sich um die nötigen Genehmigungen des Transportes kümmert und die Arbeit verwaltungsmäßig begleitet. Jürgen Wattenberg bedankte sich vor der Abfahrt ausdrücklich bei allen Spendern. "Es sind nicht nur die Sachspenden aus Krankenhäusern und Schulen, es sind auch die Vertreter der Geldspenden die unsere Arbeit und solche Transporte möglich machen", sagte er und hob am Beispiel der Übernachtungskosten in Litauen hervor, dass vieles in den vergangenen Jahren sehr teuer geworden sei. Jürgen Wattenberg fährt selber einen der Transporter mit Anhänger. Drei solcher Gespanne und drei Lkw mit großen Aufliegern bildeten den Konvoi der sich dann in Bewegung setzte. Die Fahrer dieser Fahrzeuge sind ebenfalls ehrenamtlich tätig. Die Lastzüge sind mit Aufkleber des Vereins als Hilfstransporte kenntlich gemacht und werden von Bruno Stiem, Kurt Lentzel, Friedholt Struck, Werner Glapa, Wolfgang Friedrichs, Georg Nork, Herbert Büsching, Jobst Steinhage, Bernhard Stindt, Heino Geier und Jürgen Wattenberg gefahren.

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