Elbrinxen (ak). Vor 15 Jahren hatte der Elbrinxer Busunternehmer Jörg Brinn das Thema E-Mobilität für sich entdeckt. "Damals passten aber die Rahmenbedingungen noch gar nicht. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert." Noch gehört zwar kein elektrobetriebener Bus zu seiner Fahrzeugflotte, aber bei den Pkw setzt er jetzt bereits auf umweltfreundliche Antriebstechnologie.
Auf der Nutzfahrzeuge-Ausstellung "Bus World" 2011 in Kortrijk (NL) traf er auf den Hersteller "Rosero Buses" aus Tschechien, der ihm seinen ersten rein elektrischen Midi-Bus mit 15 Sitz- und 15 Stehplätzen in der Niederflur-Ausführung zur Verfügung stellte. Der Motivationsschub kam bei ihm dann 2012 bei der Hannover Messe. Phoenix Contact war hier zweitgrößter Aussteller. Mit Sondergenehmigung hatte er für das Unternehmen den VIP-Shuttle-Dienst mit einem E-Bus durchgeführt. Von den Fahrgästen bekanm er ein sehr positives Feedback. Als erste Reaktion kaufte sich der Unternehmer für seinen Betrieb einen E-Pkw von Renault, den er für Kranken- und Schülerfahrten genauso einsetzen konnte wie zuvor den Wagen mit Verbrennungsmotor. "Das funktionierte, denn es ist alles eine Frage der Disposition", meint Jörg Brinn, der natürlich um das Hauptproblem, die begrenzte Reichweite des Akkus, weiß: Bei dem Pkw reichte er damals für 120 Kilometer. Bei kompletter Entleerung musste das Auto dann für knapp sieben Stunden an die Steckdose "Immer dann, wenn das Fahrzeug nicht im Einsatz war, habe ich ihn dann auch drangehängt", berichtet er. Inzwischen hat er sich einen Mercedes der B-Klasse als Elektrofahrzeug zugelegt, der vom Platzangebot und Fahrkomfort dem Verbrennungsmotor-Modell in nichts nachsteht, wie Jörg Brinn sagt: "Im Gegenteil: das Motorgeräusch ist weg und beim Anschaffungspreis lagen abzüglich der Prämie des Bundes lediglich 2.000 Euro zwischen beiden Fahrzeugen. Die habe ich aber nach zwei Jahren wieder durch den halb so teuren Strom und die geringeren Inspektionskosten erwirtschaftet." Wissen müsse man, dass das E-Auto natürlich auch nicht emissionsfrei sei, denn bei der Herstellung des Fahrzeugs und der Erzeugung des Stroms werden ja auch noch Ressourcen verbraucht. Brinns Plan: "Ich werde in nicht allzu ferner Zukunft eine Solaranlage so aufrüsten, dass ich nur noch Ökostrom zum Aufladen nutze." Was der Elbrinxer Unternehmer schon jetzt für Pkw-Transporte einsetzt, soll in nicht allzu weiter Ferne dann auch mit einem Bus passieren. Zwei E-Bus-Modelle stehen bereits in seinem Fokus ein 16-Sitzer und ein Modell mit 15 Sitz- und 15 Stehplätzen. "Beide wären ideal im Schulbus- und im Schwachlastverkehr einsetzbar", schwebt es ihm vor. Sein Engagement für die E-Mobilität blieb der Politik nicht verborgen. So luden die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Christian Haase und Michael Vietz Jörg Brinn 2015 nach Berlin zu einer Nationalkonferenz zu diesem Thema ein. "Wesentlich war die Erkenntnis, dass vor allem der ländliche Raum großes Entwicklungspotenzial für die Elektromobilität bietet." Das Busunternehmen Brinn besteht 2017 seit 25 Jahren. Das Jubiläum soll mit einem Tag der offenen Tür groß gefeiert werden. Auch wenn er noch nicht allzu viel verraten will, ist eines gewiss: Das Thema E-Mobilität wird hier eine dominante Rolle spielen.
